Stockholm

Schweden will Grabfrieden für „Estonia”-Untersuchung ändern

Teil der gesunkenen Fähre „Estonia”       -  Die Bugklappe der gesunkenen Ostsee-Fähre „Estonia” wird vor der Insel Uto vom Meeresgrund gehoben.
Foto: Jaakko Aiikainen/Lehtikuva/AP/dpa | Die Bugklappe der gesunkenen Ostsee-Fähre „Estonia” wird vor der Insel Uto vom Meeresgrund gehoben.

Die schwedische Regierung will Untersuchungen an der gesunkenen Ostsee-Fähre „Estonia” ermöglichen und dafür Änderungen am geltenden Grabfrieden vornehmen. Ziel sei, dass die entsprechende Gesetzgebung dazu bis zum Sommer stehe, sagte Innenminister Mikael Damberg dem schwedischen Radio.

Das Justizministerium arbeite daran, das Gesetz zum Grabfrieden zu justieren, um Untersuchungen unter Wasser wie von der staatlichen Havariekommission erbeten möglich zu machen. Ein Gesetzesvorschlag dazu solle bereits im März fertig sein.

Die schwedische Havariekommission hatte die Regierung aufgefordert, den Grabfrieden der vor mehr als 26 Jahren gesunkenen „Estonia” zu ändern. Die Kommission will gemeinsam mit ihren Partnerbehörden in Estland und Finnland ein großes und lange Zeit unbekanntes Loch im Rumpf des Schiffes genauer untersuchen, das Dokumentarfilmer vergangenes Jahr mit Hilfe eines Tauchroboters entdeckt hatten. Die Kommission hatte im Dezember klargemacht, keine Menschen auf Tauchgänge zum Wrack schicken zu wollen. Die Untersuchungen sollten stattdessen mit Tauchrobotern vorgenommen werden.

Die „Estonia” war in der Nacht zum 28. September 1994 mit 989 Menschen an Bord auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm vor der Südküste Finnlands gesunken. 852 Menschen starben, womit der Untergang als die schwerste Schiffskatastrophe in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg gilt. Weil viele der Toten nicht geborgen werden konnten, steht das Wrack als Ruhestätte unter Schutz und darf nicht aufgesucht werden - das legt das Grabfriedensgesetz fest.

Warum die „Estonia” unterging, konnte bislang nicht zweifelsfrei geklärt werden. Dem offiziellen Untersuchungsbericht aus dem Jahr 1997 zufolge war das abgerissene Bugvisier die Ursache für den Untergang. Überlebende und Hinterbliebene fordern jedoch seit langem, dass die Untersuchungen wieder aufgenommen werden.

© dpa-infocom, dpa:210114-99-28131/2

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