Berlin

Sozialverbände fordern Verstaatlichung von Wohnungen

Demonstranten       -  Prostestaktion vor dem Eingang zur Hauptversammlung des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen.
Foto: Frank Rumpenhorst/Archiv/dpa | Prostestaktion vor dem Eingang zur Hauptversammlung des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen.

Gegen soziale Not wegen mangelnden Wohnraums hat ein Bündnis von Sozialverbänden den Bau von jährlich mindestens 100.000 Sozialwohnungen gefordert.

Notfalls müssten Wohnungsunternehmen, die mit Wohnraum spekulieren, sogar vergesellschaftet werden, heißt es in einem in Berlin veröffentlichten Aufruf der „Sozialen Plattform Wohnen”. Dies ist ein neuer Zusammenschluss des Paritätischen Gesamtverbands, des Sozialverbands VdK, des Sozialverbands Deutschland, der Volkssolidarität, des Kinderschutzbundes und weiterer Verbände.

Menschen ohne Arbeit, mit einer Behinderung oder Krankheit, mit Schulden oder Alleinerziehende hätten vor allem in den Ballungsgebieten auf dem Wohnungsmarkt kaum noch eine Chance, stellten die Verbände fest.

„Wohnen ist ein Menschenrecht und keine Ware”, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider. „Die Realität sieht leider anders aus.” Die VdK-Präsidentin Verena Bentele sagte, soziale Errungenschaften wie die Grundrente würden durch rasant steigende Mieten wieder aufgefressen. „Wir brauchen eine Wende in der Wohnungspolitik.” Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, mahnte: „Die Mietenexplosion trifft Familien mit geringem Einkommen besonders hart.”

Die Verbände fordern unter anderem die Stärkung landeseigener und kommunaler Wohnungsunternehmen.

Die drastischste Forderung des Bündnisses: Als letztes Mittel sehen sie die Vergesellschaftung von Grund, Boden und von Wohnungseigentümern und -unternehmen, die „im Unterschied zu verantwortlich agierenden” Vermietern und Eigentümern „mit Wohnraum spekulieren, horrende Mietpreissteigerungen durchsetzen, Wohnraum verwahrlosen lassen oder nicht ausreichend instand setzen”.

Für barrierefreien und -armen Wohnraum sollte es Mindestquoten von rund einem Drittel geben, so die Verbände.

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