Washington

Trump und Biden treten bei TV-Fragestunden auf

Donald Trump       -  US-Präsident Trump und Savannah Guthrie, Moderatorin des Fernsehsenders NBC, sitzen während einer Fragestunde mit Wählern im Perez Art Museum in Miami.
Foto: Evan Vucci/AP/dpa | US-Präsident Trump und Savannah Guthrie, Moderatorin des Fernsehsenders NBC, sitzen während einer Fragestunde mit Wählern im Perez Art Museum in Miami.

Weniger als drei Wochen vor der US-Präsidentenwahl gehen mehrere prominente Republikaner auf Distanz zu Präsident Donald Trump. Dabei steht der Umgang mit der Corona-Krise im Mittelpunkt.

So kritisierte der Trump-Vertraute Chris Christie unter anderem die Schutzvorkehrungen im Weißen Haus. Er habe angenommen, sich dort in einer „sicheren Zone” zu befinden. „Ich lag falsch.” Christie hatte Trump unter anderem geholfen, sich auf die TV-Debatte mit seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden vorzubereiten. Er wurde danach rund eine Woche im Krankenhaus wegen einer Covid-19-Erkrankung behandelt.

Der Ton, den Christie in einer Stellungnahme am Donnerstag und einem TV-Auftritt am Freitag einschlug, stand dabei in scharfem Kontrast zu Äußerungen Trumps. So warnte der Ex-Gouverneur von New Jersey davor, das Virus auf die leichte Schulter zu nehmen. „Es ist etwas, das man sehr ernst nehmen muss”, erklärte er und rief dazu auf, Masken zu tragen und Abstand zu halten. „Niemand sollte glücklich sein, das Virus zu bekommen, und niemand sollte hochmütig darüber sein, sich angesteckt zu haben oder andere anzustecken.” Unterdessen nährte der Präsident bei einem TV-Auftritt erneut Zweifel am Nutzen von Masken.

Bereits vergangene Woche hatte der republikanische Mehrheitsführer im Senat, Mitch McConnell, gesagt, dass er seit Anfang August nicht im Weißen Haus gewesen sei - wegen der Sorge um den dortigen Umgang mit Coronavirus-Risiken. Seine Äußerungen wurden von einigen politischen Beobachtern in Washington als Freibrief für Republikaner gewertet, sich nicht mehr mit der Kritik an Trump zurückzuhalten. Trump liegt in Umfragen deutlich hinter Biden zurück.

Der republikanische Senator Ben Sasse attackierte unterdessen in einer Telefonkonferenz mit Wählern den Amtsinhaber auf breiter Front. Trump gebe Geld „wie ein betrunkener Matrose” aus und „küsst Diktatoren den Hintern”, schimpfte Sasse in einem Mitschnitt, den die konservative Website „Washington Examiner” veröffentlichte. Trumps Führung in der Corona-Krise sei zudem weder vernünftig, noch verantwortungsvoll gewesen. Sasse warnte auch, dass die Republikaner wegen Trump dauerhaft an Einfluss bei den Wählern verlieren könnten.

Auch der einflussreiche republikanische Senator Lindsey Graham, der dem Justizausschuss vorsitzt, bescheinigte seinen Kollegen aus der demokratischen Partei offen starke Aussichten bei der Präsidentenwahl am 3. November. „Ihr habt gute Chancen, das Weiße Haus zu gewinnen”, sagte Graham in einer Ausschusssitzung am Donnerstag. Er selbst muss um seine Wiederwahl im Bundesstaat South Carolina im November bangen.

© dpa-infocom, dpa:201016-99-963425/9

Joe Biden       -  Auch Joe Biden stellte sich in einem Swing State den Fragen der Wähler: in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania.
Foto: Carolyn Kaster/AP/dpa | Auch Joe Biden stellte sich in einem Swing State den Fragen der Wähler: in Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania.
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