MÜNCHEN

Was ist eigentlich ein Nationalpark?

Foto: Horst Bertzky

Ein Nationalpark ist nach internationaler Definition ein ausgedehntes Naturschutzgebiet, das einer natürlichen Entwicklung unterliegen und von menschlichen Eingriffen weitgehend verschont bleiben soll. Die Schutzgebiete sollen aber auch „für seelische Bedürfnisse, Wissenschaft, Forschung und Bildung und für Naherholung und Besichtigung“ zur Verfügung stehen.

Als Nationalpark in Frage kommen zusammenhängende, meist bevölkerungsarme Gebiete, die ökologisch besonders wertvoll sind, mindestens 10000 Hektar umfassen sowie die Voraussetzungen für ein Naturschutzgebiet erfüllen.

Wie viele Nationalparks gibt es?

In Deutschland gibt es 16 Nationalparks. In Bayern wurde 1970 der Nationalpark Bayerischer Wald gegründet, 1978 der Nationalpark Berchtesgaden. Beide zusammen haben jährlich rund drei Millionen Besucher und eine regionale Wertschöpfung von zuletzt 68 Millionen Euro.

Im Sommer 2016 kündigte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) an, in Bayern einen dritten Nationalpark gründen zu wollen. Als Gründe gelten die Erfüllung nationaler und internationaler Umweltschutz-Verpflichtungen, aber auch eine breite grundsätzliche Zustimmung der bayerischen Bevölkerung zu einem weiteren Nationalpark.

Was bedeutet ein Nationalpark für den Naturschutz?

Naturschutz-Experten halten vor allem die Buchenwälder in Unterfranken für naturschutzfachlich besonders geeignet für einen neuen Nationalpark.

In den betroffenen Regionen ist diese Form des Naturschutzes allerdings heftig umstritten: Während Befürworter auf die hohe Verantwortung des Schutzes besonderer Naturräume verweisen, aber auch wirtschaftliche Entwicklungschancen etwa durch den Tourismus sehen, befürchten Gegner Einschränkungen bei der Waldnutzung, selbst wenn – wie in Bayern angekündigt - nur Staatswaldflächen für einen Nationalpark genutzt werden.

Ein weiteres Gegenargument: Die Wälder etwa im Spessart oder Steigerwald seien erst durch jahrhundertelange nachhaltige Nutzung zu einmaligen Naturräumen geworden. Deshalb solle man sie auch weiterhin „Schützen und Nützen“.

Wer bestimmt einen Nationalpark?

Ein neuer Nationalpark kann in Bayern nur durch die Landesregierung mit Zustimmung des Landtags ausgewiesen werden. Seit letztem Herbst läuft deshalb ein mehrstufiges Auswahlverfahren, an dem der Spessart, die Rhön, der Frankenwald und die Donau-Auen beteiligt sind. Der Steigerwald war wegen des jahrelangen Naturschutz-Streits in der Region von diesem Prozess von vorneherein ausgeschlossen worden.
Ob und – falls ja - wann es einen neuen Nationalpark in Bayern gibt, ist offen. Vor der Landtagswahl im Herbst 2018 soll aber eine Grundsatz-Entscheidung fallen.

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