Berlin

Politiker, Promotionen, Plagiate: Manche verloren ihr Amt

Jugendwort „guttenbergen”
2011 war das: Ein Ausdruck mit der Klärung des Jugendbegriffs „guttenbergen” an einer Pinnwand bei der Jugendmesse „YOU”. Foto: Tobias Kleinschmidt/dpa

URSULA VON DER LEYEN: 2015 gerät die Doktorarbeit der CDU-Verteidigungsministerin ins Visier von Plagiatsjägern. Die Medizinische Hochschule Hannover stellt zwar Plagiate fest, sieht aber keine Täuschungsabsicht. Von der Leyen kann den Titel behalten.

ANDREAS SCHEUER: 2014 spricht die Uni in Prag den damaligen CSU-Generalsekretär von Vorwürfen frei. Er hatte dort 2004 ein „kleines Doktorat” erworben. Da die akademischen Standards beider Länder nicht vergleichbar sind, darf er den Titel hierzulande nur begrenzt führen. Inzwischen führt Scheuer den Titel gar nicht mehr.

ANNETTE SCHAVAN: Kurz nach dem Entzug ihres Doktortitels durch die Uni Düsseldorf tritt die damalige CDU-Bundesbildungsministerin 2013 zurück. Ihre Klage weist das Bundesverwaltungsgericht 2014 ab. Laut Universität hat Schavan „systematisch” gefälscht.

FRANK-WALTER STEINMEIER: Vorwürfe gibt es 2013 auch gegen den heutigen Bundespräsidenten. Die Uni Gießen stellt jedoch „weder eine Täuschungsabsicht noch ein wissenschaftliches Fehlverhalten” fest.

KARL-THEODOR ZU GUTTENBERG: Viele Passagen fremder Autoren in der Dissertation des damaligen Verteidigungsministers sorgen 2011 für Aufsehen. Wenig später erkennt die Universität Bayreuth dem CSU-Politiker den Titel ab. Guttenberg tritt zurück.

SILVANA KOCH-MEHRIN: Die Uni Heidelberg entzieht der FDP-Politikerin den Titel 2011. Zuvor war sie als FDP-Vorsitzende im Europaparlament und als dessen Vizepräsidentin zurückgetreten. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe weist ihre Klage 2013 ab, auch die Berufung scheitert.

FRANZISKA GIFFEY: Die Bundesfamilienministerin kam mit einer Rüge davon, darf aber ihren Doktortitel behalten, wie die Freie Universität Berlin am Mittwoch entschied. Die FU hatte ihre Dissertation seit Februar geprüft und kam zu dem Schluss, dass es in der Dissertation zwar Mängel gebe, dass das Gesamtbild der festgestellten Mängel die Entziehung des Doktorgrades aber nicht rechtfertige.

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  • dpa
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