Magdeburg

Sachsen-Anhalts AfD-Gesicht Poggenburg

André Poggenburg
André Poggenburg war über Jahre eines der Gesichter der AfD. Foto: Peter Gercke

Erst kommen die Attacken vor allem von außerhalb. Dann kommt Gegenwind von den Unterstützern der früheren Parteichefin Frauke Petry, später auch immer heftiger aus seinem direkten Umfeld. Poggenburg macht binnen kürzester Zeit in der AfD Karriere und sammelt Posten - nur um sie seit Ende 2017 zusammen mit dem internen Rückhalt rasant wieder zu verlieren.

Nach der Bundestagswahl 2013 war der heute 43-Jährige in die noch junge AfD eingetreten. Ein Jahr später wurde er Chef der Sachsen-Anhalt-AfD, gründete mit Höcke den besonders rechten „Flügel”, ergatterte einen Bundesvorstandsposten, wurde 2016 Spitzenkandidat für die Landtagswahl und ein Jahr später „Spitzenwahlkämpfer” für die Bundestagswahl. Die AfD zieht mit dem Rekordergebnis von fast 25 Prozent in den Magdeburger Landtag ein.

Inhaltlich komme von ihm wenig, hieß es schon damals von Kritikern - etwa seinem Vorgänger als AfD-Landeschef Arndt Klapproth. Ähnlich äußert sich jetzt auch Oliver Kirchner, langjähriger Mitstreiter und aktueller AfD-Fraktionschef in Magdeburg. „Er ist jemand, der die Öffentlichkeit braucht, aber dabei mit markigen Sprüchen auffällt und weniger inhaltlich.”

Nachdem er in einer Rede in Sachsen die Türkische Gemeinde in Deutschland als „Kameltreiber” beleidigt, muss er auf internen Druck die Posten als Partei- und Fraktionschef aufgeben. Er fliegt aus dem Bundesvorstand, die Einheit mit Höcke zerbricht. Nach längerem Zaudern gibt der unverheiratete und kinderlose Poggenburg schließlich das Parteibuch auf - und gründet den „Aufbruch deutscher Patrioten”.

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  • dpa
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