WASHINGTON/HOMS

6000 Luftschläge gegen IS

Das internationale Anti-Terror-Bündnis hat in einem Jahr fast 6000 Luftangriffe gegen die Dschihadisten der Miliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Seit Beginn des Lufteinsatzes der US-geführten Koalition am 8. August 2014 habe es mehr als 5900 Bombardements gegen die IS-Stellungen im Irak und in Syrien gegeben, teilte das Verteidigungsministerium in Washington mit. In Syrien setzten die Dschihadisten ihre Übergriffe auf Zivilisten fort.

Ziel der Luftschläge sei gewesen, die Beweglichkeit der IS-Kämpfer einzuschränken, den Nachschub abzuschneiden und die Kommandostruktur der Miliz zu beeinträchtigen, hieß es nach Angaben des US-Kommandeurs der gemeinsamen Luftkampagne, Generalleutnant C.Q. Brown Jr.

Demnach haben die Luftschläge die Fähigkeit der Terrormiliz eingeschränkt, selbst große Offensiven zu starten. Dadurch habe man Kräfte, die am Boden gegen die Terrormiliz kämpfen, unterstützen können. „Je eher der IS fällt, desto schneller könnten unschuldige Zivilisten ihr normales, friedfertiges Leben wieder aufnehmen“, sagte Brown weiter.

Zuvor hatte US-Vizeaußenminister Tony Blinken gesagt, dass 10 000 IS-Kämpfer bei Angriffen getötet worden seien. Dennoch ist der IS nach Einschätzung der US-Geheimdienste kaum geschwächt worden und so stark wie vor einem Jahr.

In Syrien entführten die sunnitischen Extremisten laut Aktivisten nach der Eroberung neuer Gebiete 230 Menschen – unter ihnen mindestens 60 Christen. Wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Freitag meldete, wurden die Zivilisten in der Stadt Al-Karjatain der zentralen Provinz Homs verschleppt. Aus syrischen Regierungskreisen verlautete, dass unter den Geiseln 45 Frauen und 19 Kinder seien. IS-Milizen hatten Al-Karjatain zuvor erobert und Regierungstruppen aus der Stadt gedrängt.

Die Terrororganisation beherrscht seit mehr als einem Jahr riesige Gebiete in Syrien und im Irak in denen sie ein „Kalifat“ ausgerufen hat. Der syrische Bürgerkrieg – durch den die Dschihadisten erst stark geworden sind – hat nach UN-Schätzungen in vier Jahren mehr als 250 000 Menschen das Leben gekostet.

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