BERLIN

Bundeslagebericht: Internet-Verbrechen nehmen zu

Für Verbrecher ist es leicht, im Internet Geld zu verdienen. Vor einigen Monaten infizierte ein Krimineller in Deutschland innerhalb von sechs Tagen 200 000 Rechner. Die Computer taten nichts mehr. Auf dem Monitor war nur noch eine – offiziell anmutende – Meldung zu sehen: Der Rechner sei im Zusammenhang mit Straftaten aufgefallen und deshalb gesperrt. Um den Computer wieder zu „entsperren“, sei die Zahlung eines gewissen Betrages nötig. 32 000 Menschen folgten der Aufforderung und überwiesen das Geld: Der Täter nahm so in kürzester Zeit mit geringem Aufwand Hunderttausende Euro ein – ein lukratives Geschäft.

Hohe Dunkelziffer

Solche Formen digitaler Erpressung im Netz nehmen zu. Ebenso Computersabotage oder Fälle, in denen sich Kriminelle Zugangsdaten zum Online-Banking erschleichen und so fremde Konten plündern. Das steht im neuen Bundeslagebild des Bundeskriminalamts (BKA) zur Cyberkriminalität. Fast 64 500 Fälle solcher Internet-Delikte zählte das BKA im vergangenen Jahr.

Das Dunkelfeld bei der Cyberkriminalität ist allerdings riesig. Viele Nutzer merken nicht mal, wenn sie im Netz Opfer von Kriminellen werden. Auch Firmen kriegen Attacken auf ihre Netzwerke oft nicht mit – oder sie verschweigen diese aus Angst vor Imageschäden. Also landet nur ein Bruchteil der Vergehen am Ende in einer offiziellen Statistik. Das beklagt auch BKA-Präsident Jörg Ziercke: „Das Dunkelfeld bei Cybercrime wird immer größer.“

Inzwischen sind bei der Internetkriminalität enorme Dimensionen erreicht. Erst vor wenigen Wochen erbeuteten russische Hacker rund 1,2 Milliarden Einwahl-Kombinationen für Internet-Profile, wovon auch Deutsche betroffen waren. Ein Umschlagplatz für solche Datenpakete ist das „Deepweb“ – jener Teil des Internets, der nicht über normale Suchmaschinen zu finden ist. Dort werden in Foren gestohlene Datensätze gehandelt. Mit Zugangsdaten zu Mail-Accounts, Online-Diensten oder Kreditkartenkonten ist viel Geld zu machen. Im Netz können sich angehende Cyberkriminelle auch mit dem nötigen Werkzeug versorgen. Da stehen ausgeklügelte Schadprogramme zum Verkauf. Da lassen sich sogenannte Botnetze mieten, mit denen Cyberattacken gesteuert werden können.

Den Sicherheitsbehörden bereitet die Entwicklung seit langem Sorgen. Viele altbewährte Methoden nutzen der Polizei nichts, wenn sie Verbrecher im Netz jagen. Mit Fingerabdrücken oder DNA-Spuren können sie dort nichts anfangen. Polizeigewerkschafter fordern eindringlich, mehr IT-Experten in den Ermittlungsbehörden einzustellen.

Rückblick

  1. Würzburger Schüler testen Fernwartung der Zukunft
  2. Snapchat: Das unperfekte Netzwerk
  3. Medienpädagoge erklärt den Hype um Snapchat
  4. Was Google wirklich will: Von der Austernbar in die Geschichtsbücher
  5. Umstritten: Telekom plant Turbo-Internet gegen Gebühr
  6. Massive Ausfälle bei Facebook häufen sich
  7. Zuckerberg: Facebook arbeitet an «Gefällt mir nicht»-Knopf
  8. Zukunftsvisionen auf der IFA: Mikrochip unter der Haut
  9. Musikdienst Spotify will Zugang zu Fotos und Ortsdaten
  10. Auf Knopfdruck zum eigenen Sender
  11. Apples neuer Musikdienst gestartet
  12. Selfies im Sekundentakt: Youtuber treffen ihre Fans in Berlin
  13. Analyse: App-Lawine am Handgelenk zum Start der Apple Watch
  14. High-Tech-Kampf ums Handgelenk
  15. 25 Jahre Photoshop: Das Programm, das die Realität veränderte
  16. Datenschutz bei Facebook: akzeptieren oder abmelden
  17. Facebook und Instagram für kurze Zeit ausgefallen
  18. WhatsApp am PC: Nur auf Chrome und ohne Apple
  19. Cyberattacke auf Kanzleramt
  20. Computer-Panne im Rathaus München: Tagelang keine Mails
  21. Technik zum Anziehen
  22. Topthemen auf Facebook 2014
  23. Digital-Trend Dubsmash: Auf Urheberrechte achten!
  24. Mobile Media Day: Besucher beschäftigen sich mit der Zukunft der Mediennutzung
  25. Twitter: Die 10 witzigsten #Weihnachtsfussballer
  26. Werbung nach Surfverhalten: Facebook ändert Nutzungsregeln
  27. Mobile Media Day: Die Zukunft der Medien im mobilen Internet
  28. Neue Medien: Deutsche Achtklässler nur Mittelfeld
  29. Apple streicht Gratis-Hinweis
  30. Prognosen: Deutsche geben bald jeden vierten Euro im Internet aus
  31. Harte Strafen bei Datenmissbrauch
  32. Facebook für Unternehmen?
  33. Main-Post bekommt sechs Preise für exzellente Gestaltung
  34. Einbrüche vorhersehen - Polizei testet Software
  35. Anti-Yoga mit dem Smartphone
  36. Medientage München: Spotify für Zeitungen schwer machbar
  37. Der Reserve-Speicher
  38. Telekom beschleunigt Umstieg auf IP-Telefonie mit Kündigungen
  39. Apple sucht Körperkontakt
  40. Tim Cook tritt mit Apple Watch aus dem Schatten von Jobs
  41. Apple stellt Computeruhr und größere iPhones vor
  42. Bundeslagebericht: Internet-Verbrechen nehmen zu
  43. Botnet: Wenn Zombie-Rechner angreifen
  44. Riesenklau: Hacker erbeuten Milliarden Profildaten
  45. Wenn die Ferien digital werden
  46. Digitalisierung war Thema auf der Festung
  47. „Business Campus“ in Würzburg warb für mehr Vorsicht beim Umgang mit Smartphone und Laptop
  48. Experte warnt: Datenklau geht sehr schnell
  49. Schutz vor Datenklau: Experten beantworten Ihre Fragen
  50. Kleine und mittelständische Betriebe besonders stark von Wirtschaftskriminalität betroffen

Schlagworte

  • dpa
  • Bundeskriminalamt
  • Drohung und Bedrohung
  • Infektionskrankheiten
  • Internetkriminalität
  • Jörg Ziercke
  • Multimedia
  • Polizei
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!