LONDON

Dianas Leben im Spiegel der Mode

Ausstellung "Diana: Her Fashion Story»
Prinzessin Diana und John Travolta tanzen 1985 im Weißen Haus in Washington. Die Abendrobe, die Diana damals trug, gehört zu den Exponaten der Ausstellung „Diana: Her Fashion Story“. Foto: Ronald Reagan Library/AP, dpa

Sie war der meistfotografierte Mensch der Welt und nutzte das sehr geschickt. Gleichwohl brach sie immer wieder die Regeln der Royals und wurde auch deshalb zum Vorbild einer ganzen Frauengeneration. An diesem Freitag öffnet im Kensington Palace die Ausstellung „Diana: Her Fashion Story“. Die Schau anlässlich des 20. Todesjahres – die Prinzessin starb am 31. August 1997 – zeichnet nach, wie Diana zur Mode-Ikone wurde.

Jedes Kleid erzählt eine Geschichte und manche ist so weltberühmt, dass auch Jahrzehnte später noch mit großen Emotionen darüber geredet wird. Und vielleicht lässt sich die Beliebtheit von Prinzessin Diana auch nur im Zusammenhang mit ihrer Garderobe erklären. So tanzte die damals 24-Jährige beispielsweise bei einem Staatsbankett im Weißen Haus 1985 auf Einladung des Präsidentenpaars Reagan lange mit Schauspieler John Travolta.

Die Bilder gingen um die Welt und ein Grund lag in der glamourösen Erscheinung der Prinzessin. Sie trug ein Samtkleid von Designer Victor Edelstein und für viele Beobachter markierte der Auftritt einen Wendepunkt im Stil von Diana, der bis dahin noch deutlich konservativer war. Auch dieses legendäre Stück wird ab heute im Kensington Palast in London im Rahmen der Ausstellung gezeigt. Hier, wo die Prinzessin 15 Jahre lang gelebt hat, wird ihr anlässlich ihres 20. Todestags gedacht.

Die Schau schildert anhand von 25 Outfits die Wandlung von „Shy Di“, der schüchternen Aristokratentochter, zur internationalen Mode-Ikone, die einer ganzen Frauengeneration als Vorbild diente. Alles begann mit der jungen Lady Diana Spencer, die nur ein einziges Kleid, eine Bluse und ein schickes Paar Schuhe besaß, bevor sie sich mit Prinz Charles verlobte. Den Rest borgte sie sich von Freunden, heißt es. Die arglose Diana lernte jedoch schnell. „Jeder, der mit ihr zusammengearbeitet hat, erinnert sich, dass sie genau wusste, was sie mag und dass sie sehr aktiv am Aufbau ihres Images beteiligt war“, sagt Kuratorin Eleri Lynn.

Dabei entdeckte Lynn bei ihren Recherchen überraschend wenig Videomaterial, auf dem die Prinzessin redet. „Die Diana, von der wir denken, sie zu kennen, rührt zu einem großen Teil von Fotografien.“ Vor allem in den ersten Jahren glich ihr Erscheinungsbild dem der Märchenprinzessin. Viele Schleifen und Rüschen, Tüll und Spitze – sie verkörperte die romantische Fantasie jedes kleinen und großen Mädchens. Und doch schien sie sich allzu oft nicht wohl in ihrer Haut zu fühlen. „Wie alle Frauen musste sie erst ein Selbstbewusstsein entwickeln und als Frau wachsen – allein, sie tat das vor den Augen der Welt“, so Co-Kuratorin Libby Thompson.

Zunehmend kommunizierte Diana über ihre Kleidung, ging Risiken ein, experimentierte und testete Grenzen aus. So wagte sie es, bei Abendveranstaltungen in Hosen aufzutauchen und trug auch schwarze Outfits, was die royale Familie in der Regel nur im Trauerfall tut. Oft hatte sie zudem keine Handschuhe an und verstieß damit gegen das königliche Protokoll. „Dahinter steckte, dass sie den Hautkontakt bevorzugte, wenn sie anderen die Hand schüttelte“, so Thompson. Bei Krankenhausbesuchen habe sie keinen Hut aufgesetzt, „weil sie meinte, man könne so kein Kind umarmen“.

Sie nutzte jedes Outfit – als diplomatisches Werkzeug, aber auch, um ihre Persönlichkeit auszudrücken. Rund 130 öffentliche Termine nahm die meistfotografierte Frau der Welt im Jahr wahr, viele Kleider von Staatsvisiten hatten Bezüge zum besuchten Land, etwa in Form von eingestickten Verzierungen oder durch die Farbwahl – oder waren schlicht so glanzvoll, dass Bilder am nächsten Tag in allen Zeitungen erschienen.

Dazu gehört auch das in der Ausstellung zu sehende „Elvis-Kleid“ – eine mit Perlen und Pailletten bestickte, bodenlange Robe mit passendem Bolero, entworfen von der Britin Catherine Walker, Dianas Lieblingsdesignerin, die mehr als 500 Kreationen für die Prinzessin schuf.

Als Diana und Charles im Dezember 1992 ihre Trennung bekannt gaben, änderte sich auch der Kleidungsstil hin zu einer Arbeitsgarderobe. Sie erschien bei Wohltätigkeitsaktivitäten in eng geschnittenen, aber praktischen Kostümen und kreierte ein moderneres Image von sich. Diana präsentierte sich nun als eigenständige und selbstbewusste Frau und vermittelte dies auch durch ihre zunehmend mutigen und gewagten Outfits. Trotz dieser umwerfenden Roben, der Höhepunkt der Schau ist das „Travolta-Kleid“. Zwei Jahre nach dem großen Auftritt auf dem Tanzparkett im Weißen Haus trug sie es noch einmal bei einem offiziellen Besuch – und sorgte so für Glamour in Bonn.

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