BERLIN

Die Schröders haben sich getrennt

Ein Foto aus dem Archiv: Bundeskanzler Gerhard Schröder und seine Frau Doris bei einer Veranstaltung in Dresden Foto: Ralf Hirschberger, dpa

Sie waren die Clintons aus Hannover – ein mächtiger Mann und eine Frau mit Ambitionen. Als Gerhard Schröder 1998 Bundeskanzler wurde, mussten sich die Deutschen nicht nur an einen neuen Regierungsstil gewöhnen, sondern auch an eine Kanzlergattin, die so gar nicht dem zurückhaltenden Rollenbild entsprechen wollte, das vor ihr Frauen wie Hannelore Kohl oder Loki Schmidt geprägt hatten.

Doris Schröder-Köpf, die gelernte Journalistin, mischte sich ein, gab Interviews und bezog irgendwann sogar ein eigenes Büro im Kanzleramt. Wie sehr ihr Mann sich auf ihr Gespür für Themen verließ, zeigt eine Bemerkung, die er damals im Kabinett und in hitzigen Koalitionsrunden immer wieder fallen ließ: „Doris sagt . . .“. Auch der Slogan „Agenda 2010“ für die Sozialreformen der rot-grünen Regierung stammt angeblich von ihr.

Nach Informationen der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ ist die Ehe der „Clintons von der Leine“ nun offenbar gescheitert, nach fast 18 Jahren. Schröder soll sich bereits nach einer neuen Wohnung umgesehen haben und demnächst aus der gemeinsamen Villa im Stadtteil Waldhausen ausziehen. Für den Altkanzler ist es bereits die vierte Ehe, die in die Brüche geht, für sie die erste. Um Viktoria und Gregor, ihre beiden zehn und 14 Jahre alten Adoptivkinder, wollten die beiden sich weiterhin gemeinsam kümmern, heißt es. Spekulationen über eine Trennung hatte es immer wieder gegeben – zuletzt nach der Premiere eines Filmes über die Hannoveraner Rockband Scorpions, zu der die 51-Jährige Anfang der Woche alleine gekommen war, obwohl auch ihr Mann ein alter Freund der Band ist und viele alte Weggefährten von ihm mit im Publikum saßen. Aufmerksame Beobachter registrierten überdies, dass Schröder schon bei der Feier seines 70. Geburtstages im vergangenen Jahr keinen Ehering mehr trug. Doris Schröder-Köpf saß da noch lächelnd neben ihm. Mittlerweile soll er sich zur Kur in Süddeutschland aufhalten.

Seine aus Tagmersheim im Landkreis Donau-Ries stammende Frau, die ihren Beruf bei der „Augsburger Allgemeinen“ gelernt und später unter anderem für die „Bild“-Zeitung und den „Focus“ gearbeitet hat, ist wie er Mitglied der SPD, seit zwei Jahren selbst Abgeordnete im niedersächsischen Landtag und Integrationsbeauftragte des Landes.

Den Rollentausch im Hause Schröder kommentierte sie so: „Mein Mann erledigt jetzt viel von dem, was ich früher gemacht habe – Hausaufgaben betreuen, Transportdienste für die Kinder, Gassi gehen mit Holly.“ Öffentlich war ihre Beziehung im Frühjahr 1996 geworden, als die junge Reporterin Doris Köpf, alleinerziehende Mutter einer kleinen Tochter, den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten auf eine Bohrinsel vor die norwegische Küste begleitet hatte. Wenige Tage später betonte Schröder: „Ja, ich stehe zu ihr. Das war keine Affäre, das ist eine ernsthafte Beziehung.“

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