BERLIN/WÜRZBURG

Fast jeder Dritte will Gesetz gegen vorzeitige Weihnachten

Lebkuchen und Weihnachtsmänner sind schon jetzt im Handel zu finden. Die meisten Menschen in Deutschland sind davon genervt. Viele denken sogar: Der Staat sollte einschreiten.
Schokoweihnachtsmänner
Will man jetzt schon Schokoweihnachtsmänner sehen? Die Deutschen sagen nein: Fast jeder Dritte wünscht sich ein Verbot f...
Früh dran: Weihnachtsmänner aus Schokolade Foto: Felix Kästle, dpa

Alle Jahre wieder . . . Kaum sind die Sommerferien vorbei, glitzern und funkeln weihnachtliche Dekorationen in den Geschäften. Über zwei Monate vor Anfang der Adventszeit, die heuer Ende November beginnt, füllen sich die Regale mit Zimtsternen, Spekulatius, Lebkuchen, Christstollen und anderen süßen Festtagsprodukten. Das nervt sehr viele: 63 Prozent – so das Ergebnis einer repräsentativen Online-Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa. Befragt wurden über 1000 Personen in Deutschland. Fast jeder Dritte von ihnen wünscht sich sogar ein Verbot beziehungsweise einen gesetzlich festgelegten Termin für den Verkaufsstart des weihnachtlichen Warenangebots.

So weit möchte Volker Wedde nicht gehen. Der Geschäftsführer des unterfränkischen Handelsverbands hält eine gesetzliche Normierung nicht für sinnvoll. Der frühe Weihnachtsbeginn in den Geschäften „ist sicher nicht jedermanns Geschmack“, so Wedde, aber die Händler würden die Waren ja nicht anbieten, wenn es keinen Absatz dafür gäbe, zumal Einzelhandelsflächen sehr teuer seien. Laut Volker Wedde sind die typischen Festtagsprodukte alles andere als Ladenhüter.

Auch die Meinungsumfrage ergab, dass nicht alle etwas gegen ein frühes Weihnachtsangebot haben: 27 Prozent der Befragten sagen, dass es ihnen hilft, passende Geschenke zu finden. Wer diese Anregung nicht braucht, für den hat Volker Wedde folgenden Rat: Wer jetzt noch nichts kaufen möchte, der könne seinen Wagen am weihnachtlichen Angebotsstand ja vorbeischieben.



So leicht ist das aber nicht immer, vor allem wenn kleine Kinder Schoko-Nikoläuse und Weihnachtsmänner im Supermarkt entdecken. Edeltraud Hann aus Mömlingen (Lkr. Miltenberg) kann ein Lied davon singen. Als die Würzburger Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes vor Kurzem mit ihrer Enkelin einkaufen war, musste sie sehr konsequent sein. Denn die Augen der Dreijährigen leuchteten. „Sie wollte unbedingt einen Nikolaus haben“, erzählt Edeltraud Hann, „ich habe versucht ihr zu erklären, warum es jetzt noch keinen gibt“. Doch das sei für Kinder nur schwer zu begreifen. Letztlich ginge auch viel Vorfreude verloren, so Hann.

Dies bestätigt auch die Meinungsumfrage: 47 Prozent der Befragten verderben die frühen Weihnachtsangebote die Vorfreude aufs Fest. Dabei gibt es jedoch ein starkes Altersgefälle. Bei den 18- bis 24-Jährigen fühlen sich nur 33 Prozent beeinträchtigt. Bei den 45- bis 54-Jährigen ist der Anteil der Menschen, bei denen die Vorfreude auf die Weihnachtstage leidet, mit 56 Prozent am größten. Um die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass die Adventzeit nicht bereits im September beginnt, hat laut dem Generalvikar der Diözese Würzburg, Karl Hillenbrand, die katholische und evangelische Kirche schon vor Jahren die gemeinsame Aktion mit dem Motto: „Alles hat seine Zeit – Advent ist im Dezember“ ins Leben gerufen. Der Advent, der, so Hillenbrand, bekanntlich drei bis maximal vier Wochen dauert, sei eine angemessene Vorbereitung auf das Fest, so Hillenbrand. „Frühere Weihnachtsaktionen tragen eher dazu bei, die Bedeutung des Festes zu verwischen, als sie zu vertiefen.“

Glaubt man den Befragten, dann sollte die Vorweihnachtszeit mit Märkten, festlicher Dekoration und den passenden Angeboten im November beginnen. 45 Prozent halten Mitte November für einen guten Startbeginn, 40 Prozent den Ersten Advent, der heuer auf den 30. November fällt. Nur sechs Prozent würden gerne schon zum kalendarischen Herbstanfang am heutigen Dienstag die kommerzielle Vorweihnachtszeit einläuten. Und gerade mal drei Prozent wünschen es sich „ruhig schon nach den Sommerferien“. (Mit Informationen von dpa)

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