BANGKOK

In Thailand kocht die Wut hoch

Explosion in Bangkok: 30 Demonstranten wurden verletzt. Foto: dpa

Ein Sprengsatz hat am fünften Tag der Massenproteste gegen die thailändische Regierung mindestens 30 Menschen verletzt. Das Geschoss explodierte am Freitag bei einem Protestmarsch in der Innenstadt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden erlitten die Menschen Verletzungen an den Beinen. Protestanführer Suthep Thaugsuban war nur 100 Meter entfernt, blieb aber unverletzt, wie der Fernsehsender „BlueSky“ berichtete. Die Polizei fahndete nach den Tätern.

Die US-Botschaft rief Amerikaner erneut dringend zu Wachsamkeit auf. Sie sollten sich von Menschenansammlungen fernhalten. Das empfehlen auch die deutsche und andere Botschaften immer wieder dringend. „Selbst friedlich gemeinte Demonstrationen können ohne Warnung gewalttätig werden“, hieß es auf der Internetseite der US-Botschaft.

Die seit Wochen andauernden Proteste mit teils mehr als 100 000 Teilnehmern waren bislang weitgehend friedlich verlaufen. Polizei und Armee hatten mehrfach Sorge vor Gewalt geäußert, entweder durch Zusammenstöße mit Regierungsanhängern oder durch Provokateure, die Chaos schaffen und einen Militärputsch provozieren wollen. Mehr als 15 000 Polizisten und Soldaten sind im Einsatz.

Protestanführer Suthep Thaugsuban will die Regierung von Premierministerin Yingluck Shinawatra stürzen. Er wirft der Shinawatra-Familie, die seit 2001 jede Wahl gewonnen hat, Korruption vor. Sie habe Stimmen gekauft und Schaltstellen der Macht mit gefügigen Anhängern besetzt. Deshalb will Suthep die Wahlen am 2. Februar verhindern, die Yingluck nach Umfragen wieder gewinnen würde. Er will einen Technokratenrat auf unbestimmte Zeit mit der Regierungsführung betrauen, der politische Reformen umsetzen soll.

Yingluck lehnte die Verschiebung der Wahlen jedoch erneut ab. Das Gesetz lasse das nicht zu, sagte sie vor Vertretern ausländischer Medien. Ihre Familie ziehe sich auch nicht aus der Politik zurück. „Unsere Familie ist ein Opfer“, sagte sie. „Wir machen nur unsere Arbeit, und wenn man uns loswerden will, kann man das nur durch Wahlen tun.“

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