BRAUNSCHWEIG

Kartenmacher und Krimkrise

Ganz gleich ob Sudan, Kaschmir oder jetzt die Ukraine – die Konflikte der Welt reichen bis nach Braunschweig in die Redaktion des Diercke-Atlas. Kartographen und Redakteure tüfteln hier an Computern und brüten über Karten. Sie machen sich Gedanken, wie Staaten, Grenzverläufe und Ozeane für den Unterricht am besten darzustellen sind. Jedes Jahr gibt es einen Neudruck, etwa alle fünf Jahre werden die fast 50 verschiedenen Atlanten der Verlagsgruppe Westermann komplett überarbeitet.

Mitten in der Ukraine-Krise geht es derzeit darum, wie die von Russland annektierte Halbinsel Krim künftig auf der Landkarte aussehen könnte. „Da haben wir schon eine Lösung, die wir zücken können“, sagt Redakteur Reinhold Schlimm. Voraussichtlich werde man die umstrittene Grenze durch eine gestrichelte Linie kennzeichnen, jedoch bleibe die Krim auf der Karte weiterhin gelb wie die Ukraine und nicht grün wie Russland.

Der textliche Hinweis könne „von Russland verwaltet“ lauten, sagt Schlimm. „Das ist am neutralsten.“ Jedes Jahr müssen die Diercke-Autoren Lösungen für die Darstellung von etwa einem Dutzend neuer politischer Konflikte suchen.

Die Kartenmacher stehen in ständigem Kontakt zu rund 200 Experten und Institutionen, von einzelnen Geografie-Professoren über den Deutschen Wetterdienst bis zu den Vereinten Nationen. Bei politisch strittigen Fragen haben die Kultusministerkonferenz und das Außenministerium das letzte Wort. So ist beispielsweise der Kosovo als Staat eingezeichnet, weil Deutschland ihn – anders als andere UN-Mitgliedsstaaten – als unabhängig anerkannt hat. Nach Einschätzung der Redakteure wird die EU wahrscheinlich noch lange darauf beharren, dass die Krim zur Ukraine gehört.

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