WÜRZBURG/KÖLN

Laubenthal: Pfeiffer ist gescheitert

Die Deutsche Bischofskonferenz kommentiert die Vorwürfe des Forschers Christian Pfeiffer weiterhin nicht. Dieser hatte in einem Gastbeitrag in dieser Zeitung am Montag die Oberhirten für das Scheitern des Forschungsprojektes über Missbrauchsfälle in der Kirche kritisiert. „Herr Pfeiffer kann die Themen gerne weiter über Sie spielen“, sagte Matthias Kopp, Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, auf Anfrage. Die Bischöfe „äußern sich auch heute nicht“.

Der Kriminologe kritisierte Kontroll- und Zensurwünsche der Kirche. Vor Pfeiffer hatte Würzburgs Bischof Friedhelm Hofmann in einem Gastbeitrag die Gründe für das Scheitern in der Person des Forschers gesehen. Bernhard Schweßinger, Sprecher des Bischofs, präzisierte auf Anfrage: Vereinbarungen, die Details der Forschung regeln sollten, habe die kirchliche Seite nach Vertragsabschluss als „nicht ausreichend“ angesehen. Unmittelbar nach der Bekanntgabe seien „von verschiedenen Diözesen Bedenken geäußert“ worden. Auch der Missbrauchsbeauftragte der Diözese, der Jurist Klaus Laubenthal, habe dem Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz gegenüber Bedenken geltend gemacht.

Auch in der praktischen Zusammenarbeit habe es geknirscht. Die Diözese Würzburg sei zwar zur Zusammenarbeit bereit gewesen. Aber Pfeiffer habe im Oktober 2011 zeitnahe Informationen für die Durchführung liefern wollen. „Diese haben jedoch monatelang auf sich warten lassen, sodass der vom Bistum beauftragte unabhängige Jurist seine Arbeit nicht beginnen konnte“, kritisiert der Sprecher des Bischofs.

Auch Laubenthal ging mit dem Kirchenkritiker ins Gericht. „Pfeiffer hat versucht, seine Frustration über sein persönliches Scheitern als Leiter dieser Studie zu kompensieren mit abträglichen Vorwürfen zum Nachteil der Kirche. Im Gegensatz zu seiner wissenschaftlichen Leitungsleistung dieses Projekts ist ihm das gelungen“, sagte er der Fernsehredaktion des Bistums.

Die Bischofskonferenz hatte behauptet, es habe im Juni 2012 eine Einigung mit Pfeiffer über die Nachbesserung des Vertrages gegeben. Diese Behauptung will der Kriminologe den Bischöfen nun per Gerichtsentscheid verbieten lassen.

Schlagworte

  • Bischofskonferenzen
  • Christian Pfeiffer
  • Friedhelm Hofmann
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
8 8

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!