BERLIN

Mehr Geld für den Verkehr

Das wachsende Verkehrsaufkommen in Deutschland stellt die Politik vor eine weitere finanzielle Belastungsprobe. Obwohl Union und SPD in dieser Legislaturperiode fünf Milliarden Euro zusätzlich in den Erhalt und den Ausbau von Straßen, Brücken, Schienen und Schifffahrtsverbindungen stecken, warnt Verkehrsminister Alexander Dobrindt bereits vor neuen Engpässen.

Mit den vorhandenen Mitteln seien die künftigen Aufgaben nicht finanzierbar, sagte der CSU-Politiker bei der Vorstellung der neuen Verkehrsprognose in Berlin. Danach wird der Güterverkehr in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 38 Prozent zunehmen, beim Personenverkehr erwartet das Ministerium eine Steigerung um 13 Prozent.

„Ob wir Investitionsland bleiben oder Stagnationsland werden, entscheidet sich maßgeblich an der Leistungsfähigkeit unserer Infrastruktur“, betonte Dobrindt. Das anhaltend hohe Wirtschaftswachstum und der florierende internationale Handel treiben vor allem die Frachtmengen in die Höhe.

Mit einem prognostizierten Anstieg von 43 Prozent wird die Bahn dabei nach den Worten des Ministers zum ersten Mal stärker zulegen als der Transport per Lkw. Das Aufkommen in der Luftfracht soll um 92 Prozent wachsen, in der Binnenschifffahrt sind es 23 Prozent. Für die Berechnung des Güterverkehrsaufkommens benutzt die Branche eine eigene Recheneinheit: Den Tonnenkilometer. Dabei werden die von Lastwagen, Frachtzügen und Binnenschiffen zurückgelegten Kilometer mit der beförderten Gütermenge multipliziert.

Im Jahr 2010 betrug das Verkehrsaufkommen im Güterverkehr danach gut 607 Milliarden Tonnenkilometer. Im Jahr 2030 werden es nach der neuen Verkehrsprognose bereits 837 Milliarden sein. Mehr als 607 Milliarden Tonnenkilometer entfallen dabei auf die Straße.

Überdurchschnittlich stark dürfte der Verkehr unter anderem in Bayern zunehmen, wo die Oberste Baubehörde einen Anstieg des Güterverkehrs um 53 Prozent bis zum Jahr 2025 erwartet. Schon jetzt sei der Freistaat sei „das Transitland Nummer eins in Europa“, betonte der Hauptgeschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen, Sebastian Lechner. Zu den dringendsten Verkehrsprojekten in Nordbayern zählt er den Ausbau der B 173 zwischen Lichtenfels und Kronach, die A3 zwischen der Anschlussstelle Aschaffenburg und dem Kreuz Biebelried sowie das Teilstück zwischen dem Dreiecken Biebelried und Fürth/Erlangen.

Um den drohenden Verkehrsinfarkt abzuwenden und die Anwohner zu entlasten, fordert der CSU-Verkehrsexperte Ulrich Lange den Bau zusätzlicher Ortsumgehungen. Verkehrssicherheit und Lebensqualität ließen sich damit gleichermaßen verbessern. Die aktuellen Daten zeigten, „dass wir für den Bau von Straßen, Schienen und Wasserwegen jeden Cent investieren müssen“. Vor allem in das Bahnnetz müsse deutlich mehr investiert werden als bisher, fordert die SPD.

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