BERLIN/KÖLN

Mittelmäßige Noten für Schulen

Sozialverbände, Hilfsorganisationen und Politiker haben anlässlich des Weltkindertags am Freitag mehr Chancengerechtigkeit für Kinder und Jugendliche gefordert. Nach einer Online-Umfrage von UNICEF Deutschland geben Kinder und Jugendliche ihren Schulen in den „Fächern“ Chancengleichheit und Gerechtigkeit mittelmäßige Noten, wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen am Donnerstag in Köln mitteilte.

Die katholische Caritas machte in Berlin auf die schwierige Lage von minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland aufmerksam.

Die Chancengleichheit an Schulen wurde in der UNICEF-Erhebung von den rund 3000 befragten Schülern mit der Durchschnittsnote 2,4 und die Gerechtigkeit an Schulen mit einer 2,5 bewertet. „Der Anspruch der Schulen, jedem Kind gerechte Chancen einzuräumen, ist aus Sicht der Kinder offensichtlich nicht überall verwirklicht“, sagte Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes, zu dem Umfrageergebnis.

Auch die Vorsitzende der Kinderkommission im Bundestag, Beate Walter-Rosenheimer (Grüne), kritisierte das Schulsystem. „Bildungserfolge hängen enorm von der sozialen Herkunft und der finanziellen Lage der Eltern ab“, sagte sie.

Die Wünsche der befragten Schüler reichten von kleineren Klassen über mehr Zeit für Schwächere bis hin zu mehr Gerechtigkeit von Lehrern.

Das schlechteste Ergebnis bei der Online-Umfrage erzielten die sanitären Anlagen und die Hygiene mit der Note 3,4.

Der Deutsche Caritasverband bemängelte unterdessen die Situation von minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland. In asyl- und ausländerrechtlichen Verfahren gelten sie bereits mit 16 Jahren als Erwachsene. „Schutzbedürftige Kinder, die in ihrem Heimatland und auf der Flucht Gewalt, Hunger oder Verfolgung erlebt haben, werden überfordert und alleine gelassen“, kritisierte Caritas-Präsident Peter Neher. Unbegleitete Minderjährige dürften nicht in Gemeinschaftsunterkünften für Erwachsene untergebracht werden, forderte er.

Missstände sieht die Caritas auch bei der Situation von Kindern inhaftierter Eltern. In der UN-Kinderrechtskonvention sei verankert, dass Kinder ihre Eltern im Gefängnis regelmäßig sehen dürften. Die gesetzlichen Beschränkungen erlaubten aber nur wenige Stunden Besuchszeit pro Monat.

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