Berlin

Muslime und ihre Organisationen in Deutschland

In Deutschland leben zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime. Nur etwa 20 Prozent von ihnen sind in religiösen Vereinigungen und Gemeinden zusammengeschlossen. Die meisten Verbände gelten als konservativ. Nach einer neuen Studie ist die Mehrzahl zwar religiös, aber viele Muslime halten sich nicht sehr streng an die Vorschriften.
Die wichtigsten Organisationen:

TÜRKISCH-ISLAMISCHE UNION DER ANSTALT FÜR RELIGION (DITIB): Die größte der Organisationen versteht sich als Dachverband der türkisch- islamischen Vereine in Deutschland. Sie gilt als gemäßigt orthodox und stark von der staatlichen Religionsbehörde der Türkei beeinflusst. In der 1984 gegründeten DITIB sind nach eigenen Angaben über 880 Moscheenvereine und etwa 220000 Mitglieder organisiert.

ISLAMRAT FÜR DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND: Der 1986 in Berlin gegründete Islamrat vereint mehr als 30 Organisationen. Nach eigenen Angaben gehören ihm mehr als 145000 Mitglieder an, die überwiegende Mehrheit ist türkischer Herkunft. Dem Verfassungsschutz zufolge dominiert Milli Görüs den Islamrat.

ZENTRALRAT DER MUSLIME: Der 1994 gegründete Verband hat sich als wichtiger Ansprechpartner der Politik etabliert. Zum Zentralrat, der insbesondere Muslime aus den Ländern Nordafrikas sowie des Nahen und Mittleren Ostens vertritt, gehören nach eigenen Angaben 300 Vereine. Eine zentrale Rolle spielt intern die Islamische Gesellschaft in Deutschland. Wie Milli Görüs wird diese vom Verfassungsschutz als islamistisch eingeschätzt.

VERBAND DER ISLAMISCHEN KULTURZENTREN (VIKZ): Der VIKZ geht auf das 1973 gegründete Islamische Kulturzentrum Köln zurück. Nach eigenen Angaben besteht der VIKZ aus etwa 300 Gemeinden und rund 24000 Mitgliedern. Im Jahr 2003 begann der VIKZ mit der Errichtung eigener Schülerwohnheime. Zwei wurden 2005 wegen des Vorwurfs von Abschottungstendenzen geschlossen. Der aus der Türkei beeinflusste VIKZ gilt als antisäkular, seine Erziehung als wenig integrationsförderlich.

ALEVITISCHE GEMEINDE DEUTSCHLAND: Die 1986 gegründete Organisation vertritt eine Minderheit der Muslime. Die Aleviten grenzen sich vom orthodoxen Islam ab und sind gegen einen eigenen Gesetzeskodex (Scharia). Alevitische Frauen tragen in der Regel kein Kopftuch.

TÜRKISCHE GEMEINDE IN DEUTSCHLAND: Die Türkische Gemeinde ist keine religiöse Organisation. Sie versteht sich als Interessenvertretung der Deutschlandtürken und fühlt sich freiheitlichen, demokratischen, sozialen und rechtsstaatlichen Prinzipien verpflichtet.

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