WIEN

ÖVP gewinnt Landtagswahl in Tirol

Rot, grün oder blau – wer soll in Tirol mitregieren? Der alte und neue ÖVP-Landeshauptmann Günther Platter hat jetzt die freie Wahl. Er kündigte Gespräche mit allen Parteien im Landtag an. Bis Ostern soll eine Regierung stehen.

Rund fünf Prozent konnte Platter mit seinem Persönlichkeitswahlkampf dazugewinnen und steht damit in seiner dritten Amtsperiode in einer komfortablen Situation, auch wenn er die absolute Mehrheit der Sitze verfehlt. 17 der 36 Mandate stellt die Volkspartei. Aus Wien waren Bundeskanzler Sebastian Kurz und Parlamentspräsident Wolfgang Sobotka eigens zur Siegesfeier angereist.

Platter hatte eine Koalition mit der Freiheitlichen Partei FPÖ im Wahlkampf ausgeschlossen. Jetzt stellt sich die Frage nicht; denn den zweiten Platz errang nach der Hochrechnung die SPÖ: „Das Projekt ,Neue SPÖ‘ hat einen Superstart hingelegt“, freute sich Spitzenkandidatin Elisabeth Blanik, die Bürgermeisterin in Lienz in Osttirol ist. Sie hatte auf Rückenwind aus der Bundes-SPÖ verzichten müssen. Denn diese trauert immer noch der verlorenen Regierungsverantwortung in Wien hinterher. Ausgehend von nur 13,7 Prozent konnte sie laut Hochrechnung fast vier Prozent zulegen.

Hinter den eigenen Erwartungen

Erst den dritten Platz konnte die FPÖ für sich verbuchen. Ausgehend von einem sehr niedrigen Ergebnis im Jahr 2013 gewann sie sechs Prozent dazu und wird mit sechs Mandaten in den Landtag einziehen. Damit blieb sie deutlich unter den eigenen Erwartungen. Der FPÖ-Vorsitzende, Vizekanzler Heinz Christian Strache, hatte dem FPÖ-Kandidaten Markus Abwerzger die Latte sehr hoch gelegt und von einer Verdoppelung des Ergebnisses von 2013 gesprochen, das bei 9,34 Prozent gelegen hatte.

Die Grünen verfehlten nach den Hochrechnungen mit 10,5 Prozent vermutlich ihr Ziel, als Koalitionspartner der ÖVP in der Regierung zu bleiben. Nachdem die Spitzenkandidatin Ingrid Felipe bei der Nationalratswahl an der Vier-Prozent-Hürde gescheitert und die Grünen den Einzug ins Bundesparlament verfehlt hatten, fehlte der Rückenwind aus dem Bund.

Die liberalen NEOS zogen erstmals in den Landtag ein. Auch die Liste Dinkhauser dürfte mit einem Mandat vertreten sein.

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