MOSKAU

Pussy Riot: Moskau verweist auf deutsche Gesetze

Proteste in Mexiko: Demonstranten vor der russischen Botschaft.  Foto: rtr
Proteste in Mexiko: Demonstranten vor der russischen Botschaft. Foto: rtr

Mit einem Verweis auf deutsche Gesetze hat Russland indirekt auf die scharfe internationale Kritik am harten Urteil gegen drei Aktivistinnen der Punkband Pussy Riot reagiert.

In Deutschland sehe das Gesetz für die Beleidigung religiöser Gefühle bis zu drei Jahre Haft vor, sagte Außenamtssprecher Alexander Lukaschewitsch. Das Strafgesetzbuch sieht für „Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen“ (§166 StGB) oder „Störung der Religionsausübung“ (§167 StGB) bis zu drei Jahre Haft vor.

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Pussy Riot schuldig gesprochen

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Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow drohen nach seiner Festnahme am Rande der Urteilsverkündung bis zu fünf Jahre Haft, weil er einen Polizisten gebissen haben soll. Weltweit hielt die Empörung über das Strafmaß von je zwei Jahren Straflager für die Gegnerinnen von Kremlchef Wladimir Putin an.

Pussy Riot legte unterdessen nach: Im Internet veröffentlichte die Skandalgruppe ein neues Lied, in dem sie sich über Putin lustig macht und zur Revolution aufruft. „Putin entzündet das Feuer der Revolution“, singen mehrere Frauen.

In dem umstrittenen Prozess gegen Pussy Riot hatte Richterin Marina Syrowa Nadeschda Tolokonnikowa (22), Maria Aljochina (24) und Jekaterina Samuzewitsch (30) wegen Rowdytums aus religiösem Hass zu je zwei Jahren Straflager verurteilt. Verteidiger Mark Fejgin will gegen das Urteil Berufung einlegen.

Drei Nachahmer von Pussy Riot haben am Sonntag einen Gottesdienst im Kölner Dom gestört. Sie wurden von Kirchenordnungskräften aus der Kathedrale gebracht, wie die Polizei mitteilte. Die Frau (20) sowie zwei Männer (23 und 35) hätten Lieder gesungen und Plakate hochgehalten. Sie erhielten eine Anzeige wegen Störung der Religionsausübung, Hausfriedensbruchs und Verstoßes gegen das Versammlungsrecht. Nach eigener Aussage wollten die drei Aktivisten Solidarität mit den verurteilten drei Punk-Musikerinnen bekunden. Nach Aussage der Polizei leisteten sie keinen Widerstand, als sie aus der Kirche geführt wurden. Dompropst Norbert Feldhoff hatte bereits zu Beginn des Prozesses in Russland angekündigt, dass ein solcher Auftritt auch im Kölner Dom nicht toleriert würde: „Die Würde des Doms zwingt uns, dagegen vorzugehen.“

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