Standpunkt: Die Zeit läuft ab

Die wachsende Verärgerung der Euro-Finanzminister ist verständlich. Athen verspielt nicht nur wichtige Zeit, die es nutzen könnte, um das eigene Land mit dem Geld, das noch bereitsteht, zu sanieren. Viel fataler ist, dass die neue Regierung offenbar immer noch nicht verstanden hat, dass die Währungsunion eine auf rechtsgültig abgeschlossenen Vereinbarungen beruhende Gemeinschaft ist und kein Club, der sich nach Belieben seine Spielregeln selber basteln darf.

Dass die Geldgeber nach Prüfung der Reformliste grünes Licht geben müssen, ehe sich die Finanzchefs der Mitgliedstaaten überhaupt mit dem Thema befassen, gehört zu der Geschäftsordnung, auf die sich alle eingelassen haben – auch Griechenland. Dennoch und allen anderslautenden Versprechungen gegenüber befreundeten Staats- und Regierungschefs zum Trotz will die hellenische Regierung offenbar die Partner weichkochen und so Zugeständnisse erzwingen.

Aber das wird nicht funktionieren. Die Verärgerung ist zu groß, das Misstrauen zu verbreitet – niemand ist bereit, Athen auch nur einen Schritt entgegenzukommen, wenn die griechische Führung nicht ihrerseits Entgegenkommen signalisiert – und vor allem in Gesetze gießt.

Mag sein, dass sich durch diese Hinhaltetaktik die Gefahr eines zufälligen Grexits vergrößert. Aber das wäre längst kein Unfall mehr, der die Währungsunion schreckt. Zumal Athen durch seine Attacken gegen den Internationalen Währungsfonds sich nicht nur Feinde in Europa, sondern in aller Welt gemacht hat.

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