Standpunkt: Vertretbares Hilfspaket

Wer die Nüchternheit von Finanzministern nicht kennt, könnte auf die Idee kommen, die Währungsunion habe Zypern und alle Bankkunden der Insel gleich mit bestraft. Aber dem ist nicht so. Auch wenn die Beteiligung der Sparer an der Sanierung ihrer Geldinstitute vielleicht hart klingen mag – dahinter steht ein durchaus richtiger Gedanke.

Es kann nicht Aufgabe der Steuerzahler in Deutschland, Finnland oder Frankreich sein, für die Großmannssucht und die sich daraus ergebenden Fehler zyprischer Bankmanager einzustehen. Die Vergabe von Hilfsgeldern aus dem ESM-Rettungsfonds muss an hohe und abschreckend harte Bedingungen geknüpft sein und bleiben. Genau das wurde am Beispiel Nikosias exerziert.

Wer jahrelang seinen Status als Steuerparadies nutzt, um russische Millionäre als Kunden anzulocken und deren Geld für waghalsige Geschäfte mit griechischen Staatsanleihen zu nutzen, der verwirkt sein Recht, im Fall einer drohenden Pleite aus einem solidarischen Fonds der Mitgliedstaaten stabilisiert zu werden. Insofern haben die Finanzminister nicht nur ein vertretbares Hilfspaket geschnürt. Sie haben die Haftung dorthin zurückverwiesen, wo sie hingehört: zu den Banken, deren Anteilseignern, deren Kunden und den Wohlhabenden eines Landes.

Experten und Ordnungspolitiker mögen dies einen Tabubruch nennen. In Wirklichkeit haben die Kassenwarte einen entscheidenden Schritt getan, um die Last der Rettung von Geldinstituten und Staaten nicht mehr nur auf die Schultern der europäischen Steuerzahler zu laden.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Bankkunden
  • Finanzminister
  • Sparer
  • Währungsunionen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!