Standpunkt: Von Kanada lernen

Deutschland ist nicht Kanada. Das äußerst dünn besiedelte Kanada ist seit Jahrhunderten ein Einwanderungsland, das seinen Bedarf an qualifizierten Zuwanderern klar regelt. Deutschland hingegen liegt mit seinen 80 Millionen Einwohnern in der Mitte der EU, in der Niederlassungsfreiheit herrscht.

Dennoch fordern die SPD und der Wirtschaftsflügel der Union ein Einwanderungsgesetz nach dem Vorbild Kanadas. Die ungleiche Allianz eint dabei die Sorge um die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Deutschland. Wenn in den nächsten zehn Jahren die Generation der „Baby Boomer“ das Rentenalter erreicht, fehlen im Land mehr als sechs Millionen Fachkräfte – und somit auch mehr als sechs Millionen Steuer- wie Beitragszahler. Ihr schwer zu widerlegendes Argument: Ohne Zuwanderung ist die Rente nicht mehr sicher.

Wenn Deutschland etwas von Kanada übernehmen kann, dann ist es allerdings nicht das Punktesystem, sondern der Geist, der dahintersteckt. Kanada lehrt, dass Einwanderung keine Gefahr darstellt, sondern den Wohlstand und den Reichtum eines Landes mehrt. Da EU-Bürger ohnehin jederzeit einen Job in Deutschland aufnehmen könnten, steht nur der Zuzug von Ausländern aus Drittstaaten zur Debatte. Da könnte es reichen, die noch immer reichlich hohen Anforderungen für die „Blue Card“ zu senken. Solange allerdings die Demonstranten der „Pegida“-Bewegung das Bild von Deutschland im Ausland beherrschen, braucht man sich nicht zu wundern, dass die hoch qualifizierten Spezialisten lieber nach Kanada als nach Deutschland gehen.

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