Standpunkt: Von wegen christlich

Am Samstag war es vier Wochen her, dass sich ein Mann aus dem Iran in der Würzburger Gemeinschaftsunterkunft (GU) das Leben genommen hat. Ein paar Stunden vorher, am Nachmittag dieses 28. Januar, hatten Mitbewohner der Unterkunft in der Würzburger Innenstadt gegen die Zwangsverpflegung mit Essenspaketen auf Geheiß der Staatsregierung protestiert. Da konnte keiner ahnen, welche Verzweiflungstat in der Nacht zum Sonntag folgen sollte.

Es verbot sich aus Sicht der Redaktion, in den folgenden Tagen das Anliegen „Essenspakete abschaffen“ aufzugreifen – aus Sorge, die Sachverhalte könnten miteinander vermengt werden. Das Thema Essenspakete, die staatlich verordnete Bevormundung, steht für sich und ist menschenunwürdig. Ausgerechnet die Partei mit dem C im Namen – C für christlich – sperrt sich gegen eine Regelung, die in 13 anderen Bundesländern üblich ist: Geld oder Essensgutscheine ausgeben, damit Asylbewerber selbst entscheiden können, was auf ihren Tisch kommt.

Gezielt wird kolportiert, Geld oder Gutscheine könnten zweckentfremdet werden, etwa für Alkohol, andere Drogen. Doch im Kern geht es darum, die Flüchtlinge „zur Rückkehr in ihre Heimatländer zu ermuntern“. Das, was sich bayerische Asylpolitik nennt, ist vieles, aber nicht christlich!

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