Unterm Strich: Wo Plagiate hinterm Berg bleiben

Man hätte gedacht, dass mit Karl-Theodor zu Guttenberg die Sache durch ist: Plagiate und erschwindelte Doktortitel. Der Mann ist zurückgetreten und hat sich aus der Politik verabschiedet. Nun kann es sein, dass der Staatsanwalt noch was von ihm will. Reicht doch, oder? Doch nachdem das edle Wild erlegt ist, ist die Netzgemeinde scheinbar auf den Geschmack gekommen. So ist die Doktorarbeit einer Münchner Juristin ins Visier geraten, die 2008 in Konstanz promovierte und dort dem Vernehmen nach anders als der prominente Vorgänger in Bayreuth eine eidesstattliche Versicherung unterzeichnet hat. Die 33-jährige Frau namens Veronika hat ihren Doktor wie Guttenberg in Juristerei gemacht, und nun hört man, dass sich bisher auf 47 Seiten der 383-Seiten-Arbeit über die „Regulierung im Mobilfunk“ Plagiatsstellen finden. Folgerichtig heißt das Wiki, mit dem sie sich herumplagt, „Vroni-Plag“. Die Uni prüft. Müssen aber wir über jeden, der möglicherweise die Reinheit der Wissenschaft besudelt, in der Zeitung lesen? Das nicht, aber Vroni ist nicht einfach Vroni. Sie ist das mittlere der drei Kinder von Edmund Stoiber. Trotzdem ist sie, das sei den Wiki-Betreibern ins Stammbuch geschrieben, keine öffentliche Person und der Ärger ihre Privatsache. Anders beim österreichischen EU-Kommissar Johannes Hahn. Gegen den halten sich seit Jahren Vorwürfe, seine Doktorarbeit großflächig abgeschrieben zu haben. Aber, ach in Österreich, ist es eben noch wie zu Zeiten der Habsburger: Tu, felix Austria, google! Und finde nix bis wenig, weil die Arbeit unter Verschluss und über 20 Jahre alt ist.

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