BRAUNSCHWEIG

Wieder Sommerzeit: Eine Stunde weniger Schlaf

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) dreht mal wieder an den Uhren: In der Nacht auf Sonntag startet die Sommerzeit. Um Punkt 2.00 Uhr werden alle Funkuhren auf 3.00 Uhr springen.
Sommerzeit beginnt am Sonntag       -  Ein Mitarbeiter des Turmuhrenmuseums in Naunhof bei Leipzig, stellt die Zeiger auf drei Uhr. Am Sonntag beginnt die Sommerzeit.
Ein Mitarbeiter des Turmuhrenmuseums in Naunhof bei Leipzig, stellt die Zeiger auf drei Uhr. Am Sonntag beginnt die Sommerzeit.

Dafür sorgt ein schon vor Wochen programmiertes Signal des Zeitsenders in Mainflingen bei Frankfurt (Main). Alle anderen Uhren müssen per Hand umgestellt werden. Nun bleibt es morgens länger dunkel und abends länger hell. Am 31. Oktober werden die Uhren wieder eine Stunde zurück auf die Normalzeit gestellt.

Die Zeitumstellung in Deutschland feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. «Und in all den Jahren ist noch nie etwas schiefgegangen», sagte Jens Simon von der PTB. Die Bundesanstalt mit Sitz in Braunschweig ist unter anderem für die gesetzliche Zeit in Deutschland zuständig. In Frankreich wurden die Uhren schon einige Jahre früher verstellt, als Folge der Ölkrise 1973 sollte so in den Betrieben und den Haushalten Energie gespart werden.

Kaum Energieeinsparungen

Seit 1980 stellt auch Deutschland jeweils am letzten Wochenende im März die Uhren von der normalen Mitteleuropäischen Zeit (MEZ) auf die Sommerzeit um. Ob dadurch tatsächlich Energie eingespart wird, ist allerdings unter Experten mittlerweile umstritten. Weltweit wird in vielen Ländern für die Sommerzeit an der Uhr gedreht.

Auch für Politiker ist die Zeitumstellung immer wieder ein Thema. Derzeit beschäftigt sich auch die FDP in Niedersachsen damit. «Ob heute das alte Argument für die Energieeinsparung bei einer Umstellung auf Sommer- beziehungsweise Winterzeit jedoch noch gilt, ist fraglich. Am Ende muss es einen gemeinsamen europäischen Weg geben», sagte der FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag in Hannover, Christian Dürr.

50 Nachtzüge betroffen    

Die Deutsche Bahn sieht in der Umstellung keine Schwierigkeiten: «Für die Bahn ist die Zeitumstellung Routine», sagte ein Bahnsprecher. Probleme habe es noch nie gegeben. Mehr als 50 Nachtzug-Verbindungen sind betroffen. Güterzüge werden soweit möglich schon eine Stunde früher auf die Reise geschickt, bei Personenzügen fallen eventuelle nächtliche Aufenthalte aus oder die Züge kommen wegen der Zeitumstellung zu spät an. Etwa eine Stunde dauert es, bis alle 120 000 Bahnhofsuhren die neue Zeit anzeigen. Das PTB-Signal wird zunächst von 2500 Hauptuhren empfangen, die die aktuelle Zeit dann an alle 120 000 Nebenuhren im Bahnbereich weitergegeben.

Bei den Menschen dürfte eine der meist gestellten Fragen in diesen Tagen lauten: «Werden die Uhren nun eine Stunde vor oder zurück gestellt?» Manchen hilft die Eselsbrücke: Im Sommer treibt man die Kühe vor den Stall, im Herbst zurück.

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