LONDON

Brexit: Der Widerstand wächst

Kippt im Königreich die Stimmung zugunsten eines Verbleibs in der EU? Die Umfragen seit dem Referendum am 23. Juni 2016 deuten noch immer auf eine gespaltene Nation hin. In einer Untersuchung des Instituts Opinium von Anfang August gaben 47 Prozent der Befragten an, sie würden bei einem erneuten Referendum für den Verbleib stimmen, 44 Prozent favorisierten den Abschied. In den meisten Studien der vergangenen Monate aber lagen die Brexiteers weiterhin noch vorn.

Dennoch scheint der Protest gegen den Brexit größer zu werden. Für den Start des Parteitags der Konservativen am 1. Oktober in Manchester ist eine riesige Demonstration angekündigt. Tausende Menschen wollen öffentlich fordern, die Idee des EU-Ausstiegs zu beerdigen.

Aber es bleibt knapp, ein wirklicher Meinungsumschwung herrscht nicht auf der Insel – noch nicht, wie pro-europäische Aktivisten hoffen. „Wir müssen mehr informieren, die Leute in Debatten außerhalb der Sozialen Medien aufklären und zeigen, welche Auswirkungen das Votum jetzt schon hat und haben wird“, sagt der Schotte und Brexit-Gegner Peter French. Er gehört auch zu den Organisatoren der Massendemonstration am 1. Oktober in Manchester am Rande des Parteitags der Konservativen.

Immerhin, bei der Studie gab ein Viertel der befragten Briten, die für den Brexit gestimmt haben, an, sie fühlten sich getäuscht – von den Versprechen, die vor der Abstimmung gemacht wurden und von denen die meisten bereits kassiert sind.

Dass die Bevölkerung ihre Meinung geändert hat, kann Thomas Cole von der bekanntesten pro-europäischen Organisation Open Britain derzeit im Grundsatz nicht erkennen. Die Ressentiments gegen die EU sitzen tief. „Aber die Menschen beginnen, Fragen zu stellen.“ Es setze mittlerweile die Erkenntnis ein, dass Kompromisse eingegangen werden müssen. Die parteiübergreifende Gruppe, in der auch einige Remain-Politiker engagiert sind, will das Ergebnis des Referendums respektieren und setzt sich für den Weg eines weichen Brexit ein. Deren Fürsprecher fordern deshalb, dass Großbritannien im Binnenmarkt und in der Zollunion bleibt sowie den EU-Bürgern ein Bleiberecht garantiert. „Das Norwegen-Modell wäre die beste Lösung“, so Thomas Cole.

An diesem Montag gehen die Austrittsverhandlungen zwischen London und der EU in die dritte Runde.

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