Kollmar

Schleswig-Holsteins versteckte Perlen

Romantik an der Elbe       -  Glücksgefühle zum Tagesausklang: Sonnenuntergang am romantischen Glückstädter Hafen.
Glücksgefühle zum Tagesausklang: Sonnenuntergang am romantischen Glückstädter Hafen. Foto: Larissa Loges/dpa-tmn

Wirklich immer, wenn man über den Deich fährt, weiß man nicht, was einen erwartet. Oft ist es schön. Und manchmal ist es ein Paradies - aus grünen Wiesen mit wollweißen Schafstupfern, und aus feinem, weitläufigem Sandstrand. Große Kutter, kleine Boote. So wie am Elbstrand Bielenberg in Kollmar.

Vor den Containern des Strandimbiss Strandfloh sind einige der hölzernen Möbel belegt. Matjesbrötchen und ein kühles Blondes gehen immer. Platz ist dennoch reichlich. Mehr Schafe als Menschen scheinen rund um den Deich unterwegs zu sein. Handtuch ausbreiten, genießen, Containerschiffe gucken, den Tag vertrödeln.

Klar, Schleswig-Holstein hat viele schöne Ecken. Doch an so manchem kleinen Schatz fährt man auf dem Weg zur Küste einfach vorbei. Wer beispielsweise zwischen Hamburg und Friedrichskoog sucht, wird mit verborgenen Schönheiten belohnt - wie in Kollmar.

Matjes und Geschichte in Glücksstadt

Wer schnell eine Unterkunft für die Nacht sucht, wird nur ein paar Kilometer weiter in der zweitgrößten Stadt des Kreises Steinburg, in Glückstadt , meist noch spontan fündig.

Berühmt für das Silber der Meere, Matjes, und die Elbfähre zum niedersächsischen Wischhafen, hat Glückstadt auch eine spannende Geschichte zu bieten: Der dänische König Christian IV. ließ 1617 den Grundstein legen. Ein Bollwerk gegen Altona sollte Glückstadt werden. Eine Stadt an der Elbe, mächtiger als Hamburg.

Der Grundriss stammt vom Reißbrett. „Der König hat neue Einwohner mit dem Versprechen der Religionsfreiheit geworben, kostenlose Baugrundstücke zur Verfügung gestellt, Steuerfreiheiten gewährt”, erzählt Ilona Diedrichsen, Inhaberin des „Brückenhauses”, einer früheren Bier- und Milchwirtschaft am Glückstädter Hafen.

„Es kamen Dänen, Niederländer und viele weitere. Die Architektur bei uns ist darum etwas ganz besonderes, einzigartig”, sagt die gebürtige Husumerin. Daher auch Straßennamen wie Dänenkamp oder Judenstraße.

Hafenromantik im Strandkorb

Geblieben sind vom Königstraum ein malerischer Hafen mit charmanter Häuserzeile, kleine Gassen, ein historischer Stadtkern und natürlich - die Elbe.

Vom Hafen aus fuhren einst die Schiffe der Walfänger nach Grönland. Wer hier bei Sonnenuntergang im Strandkorb den Tag ausklingen lässt, der kann sich glücklich schätzen in Glücksstadt.

Baden am Elbstrand in „Klein-Westerland”

Nur knapp 40 Autominuten sind es nach Westerland. Nein, nicht Westerland auf Sylt natürlich. Aber Urlaubsgefühle kommen definitiv auch in Hochdonn auf, in Klein-Westerland. Man folgt den Schildern „Badestelle” und „Campingplatz” . An Letzterem links vorbei kommt ein Parkplatz kurz vor einigen weiß lackierten Hafenpollern rechts. Durch diese und ein paar Bäume hindurch erreicht man die kleine Bucht am Nord-Ostsee-Kanal. Der feine Sand und das flache Wasser sind nicht nur für kleine Wasserratten schön.

Klein-Westerland ist die einzige, offizielle Badestelle, die es am Kanal gibt. Wie am Elbstrand kann man auch hier beim Baden große und kleine Schiffe beobachten.

Schafen drehen im Naturpark Aukrug

Wer es nach so viel Sonne etwas schattiger mag, macht sich auf den Weg zu einer weiteren verborgenen Schönheit im Kreis Steinberg. Zwischen Kellinghusen und Störkathen liegt in der bereits 1938 unter Schutz gestellten Störkathener Heide am Naturpark Aukrug ein Waldlehr- und Erlebnispfad.

Liebevoll gestaltete Stationen machen den rund 2000 Meter langen Erlebnisweg zum Abenteuer. Das Baumxylophon macht Musik, ein Barfußpfad piekt und kitzelt. Balancierstämme, ein Holzrahmengestell mit unterschiedlichen alten Baumscheiben oder der Kronenblick - eine aus Rundhölzern erstellte Liege unter einem Baum - bieten Kurzweil.

Beim Wurfspiel hängt ein Schild mit Kleingedrucktem: „Immer wieder kommt es vor, dass Schafe in Rückenlage geraten und sich nicht allein wieder aufrichten können. Falls Sie nicht selber helfen können, rufen Sie bitte folgende Rufnummern an...”

Mit dem Gefühl, hoffentlich fit genug fürs Schafedrehen zu sein, geht es weiter durch den verwunschenen Wald voller Moose und Farne. Hinter der nächsten Kehre warten tatsächlich Schafe. Gemütlich grast eine Heidschnuckenherde unter Bäumen. Glücklicherweise komplett stehend.

Informationen:

Touristinformation Glückstadt, Große Nübelstraße 31, 25348 Glückstadt (Tel.: 04124/93 75 85, www.glueckstadt-tourismus.de).

Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein GmbH, Wall 55, 24103 Kiel (Tel.: 0431/600 58 71, www.sh-tourismus.de).

© dpa-infocom, dpa:200909-99-492945/3

Die „Rigmor von Glückstadt”       -  Die „Rigmor von Glückstadt” ist Deutschlands ältestes, seetüchtiges Segelschiff.
Die „Rigmor von Glückstadt” ist Deutschlands ältestes, seetüchtiges Segelschiff. Foto: Gerald Hänel/GARP/TA.SH/dpa-tmn
Hochspannung       -  Rekord: Die rot-weißen Strommasten bei Hetlingen sind die höchsten Europas.
Rekord: Die rot-weißen Strommasten bei Hetlingen sind die höchsten Europas. Foto: Larissa Loges/dpa-tmn
Glückstadt an der Elbe       -  Einst sollte die Stadt mächtiger als Hamburg werden: Glückstadt an der Elbe hat einen hübschen, historischen Stadtkern - und ist angenehm überschaubar.
Einst sollte die Stadt mächtiger als Hamburg werden: Glückstadt an der Elbe hat einen hübschen, historischen Stadtkern - und ist angenehm überschaubar. Foto: Gerald Hänel/GARP/TA.SH/dpa-tmn
Glückstadt       -  Unbekannte Perle: Wer mit dem Rad entlang der Elbe nördlich von Hamburg unterwegs ist, sollte Glückstadt mehr als einen kurzen Besuch abstatten.
Unbekannte Perle: Wer mit dem Rad entlang der Elbe nördlich von Hamburg unterwegs ist, sollte Glückstadt mehr als einen kurzen Besuch abstatten. Foto: Oliver Kratz/GDM/dpa-tmn
Im Naturpark Aukrug       -  Die Natur als großes Klassenzimmer: Erlebnispfad im Waldgebiet am Naturpark Aukrug.
Die Natur als großes Klassenzimmer: Erlebnispfad im Waldgebiet am Naturpark Aukrug. Foto: Larissa Loges/dpa-tmn
Am Elbufer       -  Schöne Aussichten: Elbufer mit dem Container der Strandimbissbude „Strandfloh”.
Schöne Aussichten: Elbufer mit dem Container der Strandimbissbude „Strandfloh”. Foto: Larissa Loges/dpa-tmn
Wasserstraße       -  Maritimes Flair an der künstlichen Wasserstraße: Klein-Westerland nahe Hochdonn am Nord-Ostsee-Kanal.
Maritimes Flair an der künstlichen Wasserstraße: Klein-Westerland nahe Hochdonn am Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Larissa Loges/dpa-tmn
Ilona Diedrichsen       -  Ilona Diedrichsen ist Inhaberin des „Brückenhauses” am Hafen von Glückstadt.
Ilona Diedrichsen ist Inhaberin des „Brückenhauses” am Hafen von Glückstadt. Foto: Larissa Loges/dpa-tmn
Nah am Wasser gebaut       -  Am Wasser gebaut: Glückstadt mit seinen schmucken Häusern am Elbufer versprüht maritimes Flair.
Am Wasser gebaut: Glückstadt mit seinen schmucken Häusern am Elbufer versprüht maritimes Flair. Foto: Kautz/GDM/dpa-tmn

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