Prien am Chiemsee

Wassersport im Chiemgau

Entenlochklamm       -  Die Entenlochklamm ist das Highlight auf der Raftingtour auf der Tiroler Achen.
Foto: Norbert Eisele-Hein/Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Die Entenlochklamm ist das Highlight auf der Raftingtour auf der Tiroler Achen.

Beim Stand-up-Paddling ist der Weg vom Stress zur Kontemplation kurz. Gerade bangte man noch, bloß nicht ins Wasser zu fallen - volle Konzentration. Wenig später gleitet das Brett fast wie von selbst. Der Blick wandert über den Chiemsee zum Ufer, entdeckt die Berge.

Die Bilanz des Chiemgaus als Wassersport-Paradies kann sich sehen lassen: Mehr als 50 Seen gibt es in der Region, außerdem idyllische Flusslandschaften, Wasserfälle, Quellen und Naturbäder. Auf dem Chiemsee tummeln sich Segler, Windsurfer, Kitesurfer, Kajakfahrer, Elektro-, Ruder- und Tretbootfahrer, Schwimmer und Planscher. Und natürlich Einsteiger und Profis auf SUP-Boards.

All sie genießen die besondere Stimmung, wenn der Tag zu Ende geht und die Sonne langsam versinkt. Vom Ufer des größten Binnensees in Bayern, auch „Bayerisches Meer” genannt, leuchten Feuerstellen. Am knapp zwei Kilometer langen Badestrand in Übersee sitzen noch immer Gruppen zusammen, wollen nicht heim.

Rafting auf der Tiroler Achen

Wer dem Wasser folgt, kann im Chiemgau viel erleben, erlernen und entdecken. Auch die eigene Kraft - nicht nur beim Paddeln im Stehen, auch beim Rafting. Und wo? Rund 60 kleinere Zuflüsse hat der Chiemsee, aber knapp 80 Prozent seines Wassers stammen von der Tiroler Achen. Bei Schleching bricht der Gebirgsstrom durch die Chiemgauer Alpen und bietet ein echtes Rafting-Abenteuer.

Der Tourveranstalter stattet die Teilnehmer der Gruppe mit Jacken, Helmen, Schwimmwesten, Neoprenanzügen und Neoprenschuhen aus. Das Auto bleibt an der Ausstiegsstelle zurück. Mit dem Bus geht es zum Einstieg, der auf der österreichischen Seite des Flusses bei Kössen liegt. Die Bootsführerin erteilt eine kleine Einweisung. Teamarbeit ist alles. Dann heißt es anpacken. Das XXL-Schlauchboot will irgendwie übers Geröll ins Wasser getragen werden.

Anfangs gleiten die Boote sanft über den Fluss. Ein Strudel hier, eine Stromschnelle da - alles harmlos. Wallfahrtskirche zur Rechten, Schmugglerweg zur Linken. Dann - spektakulär - die Entenlochklamm: steil aufragende Felswände, weiße Kiesbänke und viel Wald. Die enge Schlucht ist der Höhepunkt der zweistündigen Schlauchboot-Sause.

Woher die Entenlochklamm ihren Namen hat

Wer trockenen Fußes mehr über das Achental erfahren möchte, ist im Museum Salz & Moor in Grassau richtig. Dort erklärt der Biologe Stefan Kattari zum Beispiel, wie die Kiesbänke mit jedem Hochwasser verlegt werden, teils um ein bis zwei Meter. „Eine Besonderheit der Tiroler Achen”, weiß der Experte und berichtet vom Flussregenpfeifer, einem Vogel, der seine Eier direkt auf den Kies legt.

Die Entenlochklamm hat übrigens nichts mit Enten zu tun, sondern mit dem Fuß, dem „Ende” des Gebirges. Viel sei begradigt worden am Fluss, sagt Kattari. „An der Stelle aber ist er noch unreguliert, frei von menschlicher Beeinflussung.” Und das ist ja immer besonders schön. Nur etwas erweitert wurde die Engstelle der Klamm. „Früher staute sich das Wasser nach Kössen zurück.” Die Errichtung einer Staumauer sei stets an Grenzstreitigkeiten gescheitert. Zum Glück!

Kajak fahren auf der Alz

Christian Kaufmann nennt die Alz den „Amazonas des Chiemgaus”. Wie bitte? „Weil er eben so einen verdrehten Lauf hat.” Leuchtet ein. aber ist wohl auch gute Werbung. Denn Kaufmann verleiht Kajaks: Einer, Zweier, Kanadier, für Singles, Paare und Familien.

Die Kajaktour auf der Alz führt nicht durch tropischen Regenwald, sondern an diesem Tag von Seebruck nach Truchtlaching. Kurze Einweisung. Anfänger können beruhigt sein: Die Alz fließt gemächlich dahin, in großen Schleifen aus dem Chiemsee in den Inn.

Wenn es warm und sonnig ist, gleiten unzählige Boote, Kajaks, Kanus und Flöße über den Fluss, vorbei an grün bewachsenen Ufern, durch Flussauen und Naturschutzgebiete. Wer Glück hat, sieht einen Biber. Anders als beim Stand-Up-Paddling können sich Wassersportler im Kajak einfach treiben lassen. Informationen: Chiemgau Tourismus, Haslacher Straße 30, 83278 Traunstein (Tel.: 0861/90 95 90 15, www.chiemsee-chiemgau.info).

© dpa-infocom, dpa:210331-99-42038/4

Segelboot       -  Segelboot auf dem Chiemsee, dahinter die Fraueninsel: Das „Bayerische Meer” bietet sich für viele Arten von Wassersoprt an.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Segelboot auf dem Chiemsee, dahinter die Fraueninsel: Das „Bayerische Meer” bietet sich für viele Arten von Wassersoprt an.
Truchtlaching       -  Die Alz - hier in Truchtlaching - lädt zu Kanutouren ein.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Die Alz - hier in Truchtlaching - lädt zu Kanutouren ein.
Salz & Moor in Grassau       -  Im Museum Salz & Moor in Grassau erfahren Urlauber viel über das Achental.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Im Museum Salz & Moor in Grassau erfahren Urlauber viel über das Achental.
Auf der Alz       -  Die Natur im Chiemgau vom Wasser aus erleben: Kajakfahrer auf der Alz.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Die Natur im Chiemgau vom Wasser aus erleben: Kajakfahrer auf der Alz.
Tretbootfahrt       -  Entspannt durch die Sonne tuckern: Tretbootfahrer auf dem Chiemsee.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Entspannt durch die Sonne tuckern: Tretbootfahrer auf dem Chiemsee.
SUP-Paddler       -  Aller Anfang ist meist wackelig: SUP-Fahrer am Chiemsee.
Foto: Larissa Loges/dpa-tmn | Aller Anfang ist meist wackelig: SUP-Fahrer am Chiemsee.
Picknick am Chiemsee       -  Wenn die Tage länger werden, zieht es die Menschen raus in die Natur - zum Beispiel zu einem Picknick am Chiemsee.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Wenn die Tage länger werden, zieht es die Menschen raus in die Natur - zum Beispiel zu einem Picknick am Chiemsee.
Christian Kaufmann       -  Christian Kaufmann zeigt die Kanustrecke auf der Alz.
Foto: Larissa Loges/dpa-tmn | Christian Kaufmann zeigt die Kanustrecke auf der Alz.
Blick auf den Chiemsee       -  Der Chiemsee ist der größte Binnensee Bayerns - und bietet eine fantastische Kulisse für Wassersport.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | Der Chiemsee ist der größte Binnensee Bayerns - und bietet eine fantastische Kulisse für Wassersport.
Anlegestelle in Gstadt       -  In Gstadt am Ufer des Chiemsees warten die Boote auf Ausflügler.
Foto: Chiemgau Tourismus e.V./dpa-tmn | In Gstadt am Ufer des Chiemsees warten die Boote auf Ausflügler.
SUP im Sonnenuntergang       -  Stand-up-Paddling im Abendlicht: Am Chiemsee entfaltet sich die besondere Abendstimmung.
Foto: Christian Röwekamp/dpa-tmn | Stand-up-Paddling im Abendlicht: Am Chiemsee entfaltet sich die besondere Abendstimmung.
Auf der Achen       -  Der Fluss ist nicht reißend, aber die Landschaft wildromantisch: Rafting im Schlauchboot auf der Tiroler Achen.
Foto: Sport Lukas/dpa-tmn | Der Fluss ist nicht reißend, aber die Landschaft wildromantisch: Rafting im Schlauchboot auf der Tiroler Achen.
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