Düsseldorf

Geld anlegen für Anfänger: Das Dreieck der Geldanlage

Hände und Münzen
Bei der Geldanlage geht es immer um mehrere Punkte. Wer viel Rendite will, muss etwa auf Sicherheit verzichten. Foto: Andrea Warnecke

Sicherheit, Verfügbarkeit, Rendite - das sind die Spitzen des sogenannten magischen Dreiecks der Geldanlage. Wer darin noch unerfahren ist, sollte sich mit diesen Punkten auseinandersetzen, um für das Gespräch mit dem Bankberater gut gewappnet zu sein.

„Die Kernaussage ist, dass man niemals alle drei Ziele gleichzeitig erreichen kann”, erklärt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Das bedeutet: Jeder Anleger muss Prioritäten setzen und entscheiden, was ihm bei der Geldanlage wichtig ist und wo er bereit ist, Abstriche zu machen.

Klar ist: Wenn es eine sichere und jederzeit verfügbare Geldanlage wie ein Tagesgeldkonto sein soll, gibt es weniger Rendite. Wer auf eine höhere Renditechance mit Liquidität wie bei einem Aktienfonds setzt, hat Abstriche bei der Sicherheit. Soll es eine sichere Geldanlage mit einer höheren Rendite sein, ist eine schnelle Verfügbarkeit nicht gegeben. „Ein zehnjähriger Sparbrief bietet normalerweise eine höhere Rendite als Tagesgeld”, so Scherfling.

- Sicherheit: Als sicher gelten Produkte, die unter die gesetzliche Einlagensicherung oder eine als gleichwertig anerkannte Institutssicherung fallen. Dazu zählen Einlagen auf Spar-, Tages- oder Festgeldzinskonten, wie Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken sagt. Der Nachteil: „Die Niedrig-, wenn nicht gar Nullzinsen, führen dazu, dass sich das Geld quasi nicht vermehrt.”

Anleihen beinhalten grundsätzlich das Emittentenrisiko, also das Risiko eines Totalverlustes, sollte der Herausgeber insolvent werden. Generell gilt das für Staatsanleihen, aber ebenso für die Anleihen von Unternehmen oder Kreditinstituten. „Bei letzteren sollte daher geprüft werden, ob für die konkrete Anleihe eine private Einlagensicherung oder eine Institutssicherung besteht”, rät Scherfling. Bei Staatsanleihen können etwa Anleihen der Bundesrepublik Deutschland als sicher eingestuft werden.

- Verfügbarkeit: „Über ein Tagesgeldkonto kann täglich verfügt werden”, sagt Beller. Allerdings gibt es auch hier zurzeit nur eine minimale Verzinsung. Aktien, Anleihen und Fondsanteile können ebenfalls in der Regel täglich veräußert werden - allerdings nur zu dem aktuellen Kurs. „Dies kann problematisch sein, wenn man als Anleger sein Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt und die Kurse gerade stark schwanken”, so Beller.

Spielen Sicherheit und Verfügbarkeit gleichermaßen eine Rolle, können inländische Geldmarktfonds die passende Wahl sein. Darauf weist Dirk Ulbricht vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) hin. Ausländische Geldmarktfonds bieten nur geringe Zusatzzinsen.

- Rendite: Klar muss sein: „Hohe Rendite-Chancen ohne Risiken gibt es nicht”, betont Ulbricht. Das bedeutet: Der Anleger muss bereit sein, gegebenenfalls auch Verluste in Kauf zu nehmen. UIbricht empfiehlt Durchschnittsanlegern breit gestreute Index-Fonds. Sie sind eine Option, wenn es einem auf eine möglichst hohe Rendite ankommt. Börsengehandelte Indexfonds, also ETFs (Exchange Traded Funds) sind im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds häufig kostengünstiger.

Ein vergleichsweise neues Anlagekriterium ist die Nachhaltigkeit. Das Problem: „Eine einheitliche Definition, welchen Kriterien ein nachhaltiges Finanzprodukt eigentlich genügen soll, gibt es bislang nicht”, erklärt Beller. Sie verweist auf Qualitätssiegel vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG), das es Anlegern leichter machen soll, nachhaltige Publikumsfonds zu identifizieren. So ein Produkt kann etwa die Beteiligung an einem Solarpark sein. „Wer sich für nachhaltige Produkte interessiert, sollte im Vorfeld prüfen, ob der Anbieter die gleiche Vorstellung vom Begriff Nachhaltigkeit hat wie man selbst”, rät Scherfling.

Dirk Ulbricht
Dirk Ulbricht ist Direktor des Instituts für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg. Foto: Falk Zielke
Ralf Scherfling
Ralf Scherfling ist Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Foto: Verbraucherzentrale NRW

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