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Was Anleger aus dem Fall Wirecard lernen können

Wirecard       -  Der Bilanzskandal bei Wirecard hat viele Anleger Geld gekostet. Der Fall ist ein gutes Beispiel für die Risiken des Aktienmarktes.
Der Bilanzskandal bei Wirecard hat viele Anleger Geld gekostet. Der Fall ist ein gutes Beispiel für die Risiken des Aktienmarktes. Foto: Sven Hoppe/dpa/dpa-tmn

Der Bilanzskandal hat die Aktie von Wirecard tief fallen lassen. Stand der Kurs am Jahresanfang noch bei über 110 Euro, notierte er zwischenzeitlich bei etwas über 1 Euro. Für Anleger bedeutet das: Sie haben fast ihr komplettes Geld verloren.

„Das Risiko großer Verluste ist untrennbar mit Einzelaktien verbunden”, erklärt Niels Nauhauser im Interview mit dem dpa-Themendienst. Anleger könnten aus diesem Fall aber viel lernen - und es selber besser machen.

Dax Unternehmen gelten als solides Investment. Gilt das nicht mehr?

Niels Nauhauser: Nach meiner Auffassung hat das noch nie gegolten. Auch große Indexschwergewichte können in Schwierigkeiten geraten. Das zeigt die Geschichte immer wieder: Die Pleite des US-amerikanischen Energieunternehmens Enron, die Insolvenz des Handelskonzerns Arcandor oder der Niedergang von General Motors sind da nur einige Beispiele.

Was bedeutet der Fall Wirecard für Anleger?

Nauhauser: Der Fall zeigt, dass Aktien immer auch ein Managementrisiko bergen. Die Aktionäre bestellen zwar über den Aufsichtsrat das Management. Aber gegen Betrug, Veruntreuung und Missmanagement gibt es keinen absoluten Schutz. Mit dem Kauf einzelner Aktien riskieren Anleger stets ihren Kapitaleinsatz.

Was können Anleger aus dem Fall lernen?

Nauhauser: Der Kauf einzelner weniger Aktien ist reine Spekulation und taugt nicht als Geldanlage zum Vermögensaufbau und zur Altersvorsorge. Wer statt Wirecard alle 30 Titel im DAX gekauft hätte, steht heute sehr gut da. Das Pleiterisiko lässt sich so auf ein Wertschwankungsrisiko reduzieren. Je breiter die Streuung, desto besser. Wer einen Indexfonds zum Beispiel auf die Indizes MSCI World All Country oder FTSE All World kauft, investiert in rund 3000 Aktien aus nahezu 50 Ländern. Einzelne Insolvenzen fallen dann nicht mehr ins Gewicht. Was bleibt, sind Kursschwankungen und die Aussicht auf Dividenden sowie auf langfristige Wertsteigerungen.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-621339/3

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