Düsseldorf

Welche Policen Ehrenamtler benötigen

Versicherungsschutz für Ehrenamtler       -  Wer ehrenamtlich tätig ist, sollte auf seinen Versicherungsschutz achten.
Wer ehrenamtlich tätig ist, sollte auf seinen Versicherungsschutz achten. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Viele engagieren ihrer Freizeit. Ihre Tätigkeit nennt sich Ehrenamt, bürgerschaftliches Engagement oder Freiwilligenarbeit - „die Grenzen hier sind fließend”, sagt Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW in Düsseldorf.

Eines haben alle gemeinsam: Sie kommen anderen zu Gute, erfolgen freiwillig und unentgeltlich. Wobei es bei Letzterem Ausnahmen geben kann. Doch eines ist unabdingbar: Ehrenamtlich Engagierte sollten ihren Versicherungsschutz im Blick haben, damit sie im Falle eines Falles nicht auf einem Schaden sitzenbleiben.

Oft besteht gesetzlicher Unfallschutz

Knapp 16 Millionen ehrenamtlich Tätige gab es Schätzungen zufolge im Jahr 2019 in Deutschland. In vielen Fällen besteht für sie ein Versicherungsschutz über die gesetzliche Unfallversicherung . Zudem haben die meisten Bundesländer eine zusätzliche Sammelversicherung im Bereich Unfall und Haftpflicht abgeschlossen.

Die gesetzliche Unfallversicherung kommt für die Kosten einer Heilbehandlung und einer Rehabilitation auf. Sie zahlt zudem eine Rente bei schweren dauerhaften Gesundheitsschäden. Die gesetzliche Unfallversicherung ist für viele ehrenamtlich Tätige kostenfrei, mit anderen Worten: Es sind keine Beiträge zu zahlen.

Lücken im Zweifel selbst schließen

Opfermann rät Engagierten, vor Aufnahme eines Ehrenamtes bei der jeweiligen Organisation zu checken, ob und welcher Versicherungsschutz besteht. „Auch wenn ein gesetzlicher Schutz existiert, kann es Lücken geben, die es zu kennen und gegebenenfalls zu schließen gilt”, erklärt Opfermann.

Beispiel Kfz-Versicherung: Oft sind ehrenamtlich Engagierte mit ihrem Privat-Pkw für den Verein oder die Organisation unterwegs. In der Regel geht alles gut. Aber es kann auch zu einem Unfall mit Schaden am eigenen Pkw kommen. „Dieser Schaden kann auch von der Organisation übernommen werden, die sich wiederum dagegen versichern kann”, erklärt Opfermann.

Privater Haftpflichtschutz sichert ab

Was auch passieren kann: Ehrenamtlich Engagierte können versehentlich im Zuge ihrer Tätigkeit fremden Personen Schaden zufügen. Eine gesetzliche Absicherung gibt es hierbei für Ehrenamtler nicht. Mitunter existiert in einigen, aber längst nicht in allen Fällen, eine sogenannte Vereinshaftpflichtversicherung.

Ehrenamtler sollten bei ihrer Organisation fragen, ob sie über eine solche Police abgesichert sind. Auch wenn eine Sammelversicherung über das jeweilige Bundesland besteht: „Privater Haftpflichtschutz sollte dennoch immer vorhanden sein”, empfiehlt Opfermann. Bei dieser Police sind ehrenamtliche Tätigkeiten in der Regel mitversichert.

Freiwillig in gesetzlicher Unfallversicherung absichern

Der Gesetzgeber hat eine Reihe von ehrenamtlichen Tätigkeiten unter Versicherungsschutz gestellt, aber nicht alle. Bestimmte ehrenamtlich Tätige können sich durch eine freiwillige Versicherung bei der gesetzlichen Unfallversicherung VBG absichern, wenn sie etwa einem Natur- oder Tierschutzverein oder einem Sportverein angehören.

Gleiches gilt, wenn Ehrenamtler im Verbandsgremium für eine Arbeitgeberorganisation, eine Gewerkschaft oder für eine Partei im Sinne des Parteiengesetzes tätig sind. Die VBG bietet Dachorganisationen auch Rahmenverträge an. „Dies vereinfacht den einzelnen Ehrenamtsträgern und Vereinen die Anmeldung”, sagt Regina Schmidt von der VBG.

Möchte die Organisation keine freiwillige Versicherung bei der VBG abschließen, sollten sich Versicherungsberechtigte möglichst selbst absichern. Freiwillig versicherte ehrenamtlich Engagierte profitieren dann von den Leistungen der gesetzlichen Unfallversicherung.

© dpa-infocom, dpa:200616-99-447826/2

Rückblick

  1. Mieter haben keinen Anspruch auf Klimaanlage
  2. Geschlossene Fonds setzen Erfahrung voraus
  3. So wird die Versicherungssumme ermittelt
  4. Ein Jahr solidarisches Grundeinkommen in Berlin
  5. Mietverträge enthalten oft unzulässige Klauseln
  6. Wo Verbraucher den Rotstift ansetzen können
  7. Dürfen Händler auf Kartenzahlung bestehen?
  8. Wohnungstausch nur mit Zustimmung des Vermieters
  9. Berufsunfähigkeit: Alternative Versicherungen bergen Risiken
  10. Sparer dürfen nicht auf Sicherheit vertrauen
  11. Wenn das Handy die Ladenkasse ersetzt
  12. Aufzug muss rund um die Uhr betriebsbereit sein
  13. Für Wohnen auf Zeit gelten klare Regeln
  14. Was Pfandleiher von Banken unterscheidet
  15. Offene Immobilienfonds: Unsichere Aussichten durch Corona
  16. Wer Anspruch auf Kinderzuschlag hat
  17. Krankenkasse darf nicht nur fürs Fitnessarmband zahlen
  18. Was Mieter für den Hausmeister zahlen müssen
  19. Für Wohnungseigentümer gibt es bei Balkonbepflanzung Grenzen
  20. Was Mieter bei Ungeziefer im Haus machen sollten
  21. Mieter und Vermieter sollen sich das Renovieren teilen
  22. Wie Kinder den Umgang mit Geld lernen
  23. Welche Rechte haben Erben?
  24. Was Anleger aus dem Fall Wirecard lernen können
  25. So kommen Eltern zum Elterngeld
  26. Wie Verbraucher das passende Konto finden
  27. Teils lange Verjährungsfrist bei Schaden nach Renovierung
  28. Wie Verbraucher vom Juli an sparen können
  29. Zur Baufinanzierung per Videokonferenz
  30. Mieter müssen bei längerer Abwesenheit für Wohnung sorgen
  31. Mieter darf entscheiden, ob Fotos der Wohnung gemacht werden
  32. Gartenpflege kann Aufgabe der Mieter sein
  33. Was Mieter beim Auszug beachten müssen
  34. Welche Betriebskosten Vermieter umlegen dürfen
  35. Keine Pflicht zum Abschließen der Haustür
  36. Starkes Hundegebell kann Kündigung rechtfertigen
  37. Depressive Erkrankung entschuldigt keinen Verzug bei Miete
  38. Untervermietung nur mit Erlaubnis des Vermieters
  39. Darf der Vermieter die Bepflanzung bestimmen?
  40. Neue Wohnung nicht nur per Video besichtigen
  41. Planschbecken sind unter Einhaltung von Regeln meist erlaubt
  42. Mietrecht kennt kein Gewohnheitsrecht
  43. Sichtschutz nur mit Zustimmung des Vermieters
  44. Eigenbedarfskündigung auch für Ferienwohnung möglich
  45. Wann Hüpfen und Springen in der Wohnung erlaubt sind
  46. Wie Anleger von Trends profitieren können
  47. Wann lohnt eine Rechtsschutzversicherung?
  48. Welche Policen Ehrenamtler benötigen
  49. Warum das Haushaltsbuch auch heute noch hilft
  50. Wie werden sich die Märkte nach Corona erholen?

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Finanzen
  • Gesetze
  • Gesundheitsschäden
  • KFZ-Versicherung
  • Tierschutzvereine
  • Unfallschutz
  • Unfallversicherungen
  • Versicherungen
  • Versicherungsschutz
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!