Berlin

Wie Verbraucher das passende Konto finden

Sparen bei der Kontoführung       -  Girokonten können teuer sein. Wem die Belastung zu hoch ist, der kann sich nach einer günstigeren Bank umsehen.
Girokonten können teuer sein. Wem die Belastung zu hoch ist, der kann sich nach einer günstigeren Bank umsehen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Das Girokonto wird im Durchschnitt immer teurer. Zwar gibt es noch viele Banken, die es kostenlos anbieten, doch auch dort lauern versteckte Gebühren. Oder es ist nur kostenlos ab einem bestimmten monatlichen Geldeingang.

Die Stiftung Warentest weiß, was die Kunden für Konten zahlen - sie untersucht seit Jahren regelmäßig die Preise für Kontoführung. Derzeit sind rund 300 Kontomodelle von 127 Banken in ihrer Datenbank. „Die Spanne reicht von gratis bis zu knapp 250 Euro pro Jahr”, sagt Kerstin Backofen, Finanzexpertin bei der Stiftung Warentest.

„Bei einem Kunden, der das Konto online nutzt, sollte die Kontoführung nicht mehr als 60 Euro im Jahr kosten”, sagt Backofen. Darin sollten dann auch die Girocard - die frühere EC-Karte - und alle Kontobuchungen enthalten sein. Wer mehr zahlt, könnte seine Nutzungsgewohnheiten überprüfen oder über einen Wechsel zu einer anderen Bank nachdenken.

Wie man sparen kann

Bei der Suche nach dem richtigen Preis spielen die eigenen Präferenzen eine große Rolle. „Wer sich bei einer Onlinebank wohlfühlt, der findet dort die preiswertesten Girokonten”, sagt Josefine Lietzau von finanztip.de. Ob einem das Onlinebanking liegt, könne man auch erstmal mit einem Onlinekonto bei seiner Filialbank ausprobieren.

Wer den persönlichen Kontakt in der Filiale lieber mag, kann trotzdem sparen - denn nicht überall zahlen Kunden das gleiche. Mit einer Aufstellung aller Gebühren kann man sich einen guten Überblick verschaffen. „Lassen Sie sich eine Entgeltaufstellung von 2019 schicken”, rät Niels Nauhauser, von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Darin müssen die Banken sämtliche Kosten, Gebühren und Zinsen aufführen.”

Wenn Sparpotenzial vorhanden ist, kann man zuerst mit seiner Bank darüber sprechen. „Vielleicht gibt ein besseres Kontomodell, das Ihnen angeboten werden kann”, sagt Josefine Lietzau.

So wechselt man die Bank

Auch wenn man sich eine neue Bank suchen muss, weil einem die alte nicht entgegenkommen kann oder will, muss man sich ein paar Gedanken machen, bevor man sein neues Konto eröffnet: Wie werde ich das Konto nutzen, wo bekomme ich Bargeld her und was kostet es? Gibt es ein Filialnetz oder komme ich mit Onlinebanking klar?

Wer ein passendes Konto gefunden hat, dem muss seine alte Bank sogar beim Wechsel helfen. „Die bisherige Bank muss eine Übersicht der Buchungen der letzten 13 Monate liefern und die neue Bank soll alle Zahlungspartner von der neuen Bankverbindung schriftlich unterrichten”, sagt Kerstin Backofen. Selbst müsse man dann nur die Daueraufträge ändern und die hinterlegten Daten in Onlineportalen wie Amazon, so Backofen.

Altes Konto nicht gleich auflösen

Wichtig sei, das alte Konto nicht gleich aufzulösen, sagt Josefine Lietzau. „Etwa zwei bis drei Monate sollte man sein bisheriges Konto noch behalten. In der Zeit kann man sehen, ob alle die neue Kontoverbindung kennen.” Am besten lässt man auch noch einen kleinen Betrag auf dem Konto, falls doch noch eine Abbuchung kommt.

Noch einfacher und schneller ist ein digitales Konto zu wechseln. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg empfiehlt in diesem Fall, alle Dokumente - insbesondere die Kontoauszüge - rechtzeitig auf den eigenen Computer zu speichern. Denn nach Vertragsende ist es nicht mehr möglich auf die Daten im Onlinebanking zuzugreife. Und eine Nacherstellung der Dokumente kostet Gebühren.

© dpa-infocom, dpa:200630-99-620840/3

Rückblick

  1. Mieter haben keinen Anspruch auf Klimaanlage
  2. Geschlossene Fonds setzen Erfahrung voraus
  3. So wird die Versicherungssumme ermittelt
  4. Ein Jahr solidarisches Grundeinkommen in Berlin
  5. Mietverträge enthalten oft unzulässige Klauseln
  6. Wo Verbraucher den Rotstift ansetzen können
  7. Dürfen Händler auf Kartenzahlung bestehen?
  8. Wohnungstausch nur mit Zustimmung des Vermieters
  9. Berufsunfähigkeit: Alternative Versicherungen bergen Risiken
  10. Sparer dürfen nicht auf Sicherheit vertrauen
  11. Wenn das Handy die Ladenkasse ersetzt
  12. Aufzug muss rund um die Uhr betriebsbereit sein
  13. Für Wohnen auf Zeit gelten klare Regeln
  14. Was Pfandleiher von Banken unterscheidet
  15. Offene Immobilienfonds: Unsichere Aussichten durch Corona
  16. Wer Anspruch auf Kinderzuschlag hat
  17. Krankenkasse darf nicht nur fürs Fitnessarmband zahlen
  18. Was Mieter für den Hausmeister zahlen müssen
  19. Für Wohnungseigentümer gibt es bei Balkonbepflanzung Grenzen
  20. Was Mieter bei Ungeziefer im Haus machen sollten
  21. Mieter und Vermieter sollen sich das Renovieren teilen
  22. Wie Kinder den Umgang mit Geld lernen
  23. Welche Rechte haben Erben?
  24. Was Anleger aus dem Fall Wirecard lernen können
  25. So kommen Eltern zum Elterngeld
  26. Wie Verbraucher das passende Konto finden
  27. Teils lange Verjährungsfrist bei Schaden nach Renovierung
  28. Wie Verbraucher vom Juli an sparen können
  29. Zur Baufinanzierung per Videokonferenz
  30. Mieter müssen bei längerer Abwesenheit für Wohnung sorgen
  31. Mieter darf entscheiden, ob Fotos der Wohnung gemacht werden
  32. Gartenpflege kann Aufgabe der Mieter sein
  33. Was Mieter beim Auszug beachten müssen
  34. Welche Betriebskosten Vermieter umlegen dürfen
  35. Keine Pflicht zum Abschließen der Haustür
  36. Starkes Hundegebell kann Kündigung rechtfertigen
  37. Depressive Erkrankung entschuldigt keinen Verzug bei Miete
  38. Untervermietung nur mit Erlaubnis des Vermieters
  39. Darf der Vermieter die Bepflanzung bestimmen?
  40. Neue Wohnung nicht nur per Video besichtigen
  41. Planschbecken sind unter Einhaltung von Regeln meist erlaubt
  42. Mietrecht kennt kein Gewohnheitsrecht
  43. Sichtschutz nur mit Zustimmung des Vermieters
  44. Eigenbedarfskündigung auch für Ferienwohnung möglich
  45. Wann Hüpfen und Springen in der Wohnung erlaubt sind
  46. Wie Anleger von Trends profitieren können
  47. Wann lohnt eine Rechtsschutzversicherung?
  48. Welche Policen Ehrenamtler benötigen
  49. Warum das Haushaltsbuch auch heute noch hilft
  50. Wie werden sich die Märkte nach Corona erholen?

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Amazon
  • Bankverbindungen
  • Computer
  • Daten und Datentechnik
  • Datenbanken
  • Digitaltechnik
  • Filialen
  • Finanzen
  • Girokonten
  • Kunden
  • Online-Banking
  • Stiftung Warentest
  • Verbraucherzentralen
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!