Würzburg/Schweinfurt

Analyse: Mainfrankens Mittelstand investiert zu wenig in Digitalisierung

Bei der Digitalisierung ginge in Mainfrankens Mittelstand mehr: Zu dieser Schlussfolgerung kommt die HypoVereinsbank in einer Analyse. Ein Experte sagt, woran es hakt.
Einsatz digitaler Technik im Betrieb, Vernetzung von Maschinen, effektiver Umgang mit erhobenen Daten: Das ist Digitalisierung (Symbolbild). In Mainfranken tut sich der Mittelstand offenbar schwer, schnellen Schrittes in diese Richtung zu gehen. Foto: Claudio Höll

Bei der Digitalisierung ginge in Mainfrankens Mittelstand mehr: Zu dieser Schlussfolgerung kommt die HypoVereinsbank (HVB). Sie stützt sich dabei auf mehrere Quellen, die sie in einer jetzt in Würzburg vorgelegten Analyse zusammenfasste.

Demnach investiere jeder fünfte Mittelständler in der Region in die Digitalisierung. Das sei vergleichsweise wenig - vor allem in produzierenden und verarbeitenden Branchen sowie in der Logistik und dem Gesundheitswesen. Alles in allem steckte der mainfränkische Mittelstand 147 Millionen Euro ins Digitale. Das sei gerade mal ein Zwölftel jener 1,7 Milliarden Euro, die in neue Bauten oder Anlagen flossen. Diese Zahlen gelten für 2016, ermittelt hat sie die HVB aus einer aktuellen Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Experte: Es wird falsch investiert

"Wir sehen beim Thema Digitalisierung in Mainfranken noch großen Handlungs- und Investitionsbedarf“, sagt Markus Senger, Leiter des HVB-Firmenkundengeschäfts Bayern Nord-West, laut Mitteilung. "Die Gespräche mit unseren Kunden zeigen, dass viele Mittelständler in der Region aktuell nicht nur zu wenig, sondern auch zu einseitig in IT investieren.“ Generell stecke im deutschen Mittelstand die Digitalisierung noch in den Kinderschuhen.

Dennoch ist sie ein Top-Thema in der Wirtschaft. So hat das "Handelsblatt Research Institut" im Auftrag der Telekom ermittelt, dass knapp die Hälfte des deutschen Mittelstands mit Hilfe der Digitalisierung eine Stärkung ihrer Wettbewerbsposition erwarten. Wie das "Handwerk Magazin" (Bad Wörishofen) weiter berichtete, profitieren 38 Prozent der Unternehmen von der Digitalisierung dahingehend, dass bei ihnen die Vorteile die Kosten mittlerweile übersteigen.

Investitionen ins Digitale werden kaum über Kredite finanziert

Apropos Kosten: Die HVB hat in ihrer Analyse herausgefunden, dass die Mittelständler Investitionen in digitale Neuerungen vor allem aus laufenden Einnahmen oder Rücklagen finanzieren. Bankkredite spielten mit vier Prozent eine geringe Rolle.

Was gerne mit Industrie 4.0 bezeichnet wird, hat in Mainfranken inzwischen an vielen Stellen Niederschlag gefunden. So bietet das Technologie- und Gründerzentrum (TGZ) in Würzburg seit Monaten unter dem Titel "Mainfranken 4.0 - mit Bildung in die digitale Zukunft" Fortbildungen rund um die Digitalisierung in Betrieben an. Das TGZ wird unter anderem von der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer der Universität (alle Würzburg) getragen. In diesem Zusammenhang ist auch das neue Zentrum für digitale Innovationen (ZDI) in Würzburg zu nennen, das als eine Art Vordenker- und Tüftler-Adresse gilt.

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