WÜRZBURG

Blick ins Jahr 2050

Schauen nach vorne: (von links) Ulrich Eberl, Leiter der Siemens-Innovations-Kommunikation, Norbert Brenner, Leiter Siemens Niederlassung Würzburg, Anja Förster und Moderator Gunther Schunk. Foto: rauh

„Prognosen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen.“ Dieses Zitat kommt einem oft in den Sinn bei öffentlichkeitswirksam formulierten Zukunftsvisionen. Dennoch lassen die auf uns zukommenden Probleme keine andere Wahl als über die Zukunft nachzudenken, will man sich rechtzeitig auf künftige Entwicklungen vorbereiten und die richtigen Schritte einleiten. Das Siemens-Wirtschaftsforum hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die gegenwärtige Problemlage zu erörtern und einen Blick in das Jahr 2050 zu werfen. Wie der Würzburger Siemens-Niederlassungsleiter Norbert Brenner erläuterte, stehen wir in diesem Jahrhundert vor gewaltigen Herausforderungen und benannte vor allem die drohende Klimaveränderung, den demografischen Wandel, die weltweite Verstädterung sowie die fortschreitende Globalisierung.

Steigerung der Energieeffizienz

Hier setze sein Unternehmen schon seit einiger Zeit mit technischen Lösungen an und er nannte als Beispiele für die hiesige Region das geplante „Energy-Efficiency-Center“ als Musterhaus, in das innovative Technologien einfließen oder den größten Großlagerprüfstand der Welt, auf dem 15 Tonnen schwere Windkraftlager geprüft werden können. Auch Dr. Ulrich Eberl, Leiter der Innovationskommunikation bei Siemens, umriss die kommenden Entwicklungen: So werden im Jahr 2050 etwa 9,5 Milliarden Menschen auf der Erde leben und davon in Städten so viele wie heute auf der gesamten Welt. Folgerichtig gibt es für Eberl demnach auch zwei Haupt-Richtungen, in die sich der technische Fortschritt entwickeln muss: Das ist zum einen die Gesundheit des Menschen und zum anderen die Gesundheit der Umwelt. Das bedeutet, vereinfacht gesagt, den Wohlstand der Menschheit zu mehren und den Naturverbrauch deutlich zu reduzieren. Ein wesentlicher Schritt ist dabei die Steigerung der Energie-Effizienz. Konkret bedeutet dies, mehr Hochspannungs-Gleichstrom-Netze zu bauen, die Strom mit deutlich weniger Verlusten übertragen als die herkömmlichen Überlandleitungen oder einen vermehrten und intelligenteren Einsatz von Sonne, Biomasse, Wind und Erdwärme als Energielieferanten oder der Ersatz von Glühlampen durch Leuchtdioden oder eine intelligente Gebäudetechnik.

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Doch die Herausforderungen dieses Jahrhunderts und die sich daraus ergebenden, notwendigen Problemlösungsstrategien erfordern schon heute eine andere Führungskultur in den Unternehmen. Wie Anja Förster, Business-Querdenkerin, in ihrem Vortrag sagte, hatte es in der Vergangenheit ausgereicht, wenn ein Großteil der Mitarbeiter intelligent, fleißig, sorgfältig und zuverlässig waren. Heute hingegen seien zusätzlich Initiative, Kreativität und Leidenschaft gefragt, die den Schlüssel eines Betriebes zum Erfolg darstellten. Förster verglich so ein Unternehmen mit einer Fußballmannschaft, in der ohne diese drei Faktoren kein Erfolg möglich sei. Und fördern könne man diese Faktoren nur, wenn man Mitarbeitern einen größeren Freiraum ermögliche oder, wie sich Anja Förster ausdrückte: „Wer Zäune um Menschen baut, bekommt Schafe.“ Moderiert wurde das Siemens-Wirtschaftsforum, an dem rund 100 Interessierte teilnahmen, von Dr. Gunther Schunk von Vogel Business Media.

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