WÜRZBURG

Crowdinvesting: VR-Bank setzt jetzt auf den Schwarm

Die Volksbank Raiffeisenbank (VR) Würzburg geht einen neuen Weg im Zuge der Digitalisierung: Ab sofort können sich Unternehmen aus der Region via Internet von Privatanlegern Geld beschaffen. Diese Crowdinvesting-Plattform lehnt sich an das Prinzip von Crowdfunding an, also der digitalen „Schwarm-Finanzierung“.

VR-Bank arbeitet mit Fintech zusammen

Das Geldhaus in Würzburg ist nach eigenen Angaben die erste VR-Bank in Deutschland, die Crowdinvesting anbietet. Neu ist das Thema in dieser Branche freilich nicht: So ist etwa die Bochumer GLS-Bank schon vor eineinhalb Jahren in diese Art der Kapitalvermittlung eingestiegen.

Die VR-Bank arbeitet für diesen Zweck mit einem digitalen Finanzdienstleister („Fintech“) zusammen: der CrowdDesk GmbH in Frankfurt. Mit der neuen Plattform vr-crowd.de „gehen wir einen weiteren Schritt in die Digitalisierung unseres Bankengeschäfts und schaffen damit einen alternativen Finanzierungsweg für regionale Unternehmen“, wird VR-Vorstandsmitglied Joachim Erhard in einer Mitteilung zitiert.

„FitOne“-Kette ist erstes Projekt

Das erste Finanzierungsprojekt ist bei vr-crowd.de seit wenigen Tagen hinterlegt: Die 2014 gegründete Fitnessstudio-Kette „FitOne“ will den Angaben zufolge 1,1 Millionen Euro für den Ausbau weiterer Filialen einsammeln. „FitOne“ ist die Marke des Spielautomatenherstellers Harlekin in Waldbrunn (Lkr. Würzburg). Kürzlich eröffnete das Unternehmen ein „FitOne“-Studio in Würzburg.„FitOne“ setzt massiv auf Erweiterung und will nach Darstellung des Geschäftsführers Moritz Mühleck die Branche „maßgeblich verändern“.

Auf jeden Fall das Kleingedruckte lesen

Wer mit Hilfe von vr-crowd.de in „FitOne“ 250 Euro oder mehr investieren möchte, bekommt der Mitteilung zufolge im aktuellen Fall von Harlekin pro Jahr 6,75 Prozent Zinsen bei einer Laufzeit von knapp sieben Jahren. Ab 30. Juni 2022 werde das Darlehen in gleichbleibenden jährlichen Raten zurückgezahlt.

Harlekin will zudem den Geldgebern einmalig einen Bonus von einem Prozent des Darlehensbetrages bezahlen, wenn die Mitgliederzahl aller „FitOne“-Filialen bis 2021 von derzeit 100 000 auf dann 250 000 oder mehr steigt.

Freilich sollten Interessenten auch das Kleingedruckte lesen. So weist Harlekin auf vr-crowd.de darauf hin, dass der Erwerb der Vermögensanlage „mit erheblichen Risiken verbunden“ sei und zum „vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens“ führen könne. Hintergrund ist das Vermögensanlagengesetz des Bundes, das solche Hinweise vorschreibt.

Crowdfunding auch für Vereine

Geld aus dem digitalen Schwarm zu holen, das bietet die VR-Bank schon seit geraumer Zeit in anderer Richtung an: Unter dem Motto „Viele schaffen mehr“ können sich Vereine und ähnliche Organisationen der Region auf einer speziellen Internetseite der VR-Bank bei der Finanzierung helfen lassen – etwa für die Beschaffung neuer Trachten oder der Sanierung des Sportheims.

Schlagworte

  • Würzburg
  • Waldbrunn
  • Jürgen Haug-Peichl
  • Crowdfunding
  • Digitalisierung
  • Digitaltechnik
  • Genossenschaftsbanken
  • Privatanleger
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!