FRIEDRICHSHAFEN

E-Motor hält Fahrradmarkt in Schwung

Vielfalt: Auch beim Zubehör, wie Sätteln, zeigt die Fahrradbranche Mut zur Farbe. Foto: Gerd Landgraf

Während die Zweiradindustrie offiziell noch von voraussichtlich 500 000 verkauften eBikes bis Jahresende in Deutschland und einem anhaltenden Boom spricht, haben Händler und Aussteller auf der Eurobike – die weltweit größte Fahrradmesse – die Zahl nach oben korrigiert. 600 000 Stück könnten es werden, war auch am Stand der unterfränkischen Winora Group aus Sennfeld (Lkr. Schweinfurt) am Donnerstag zu hören. In Friedrichshafen zeigen noch an diesem Samstag (Publikumstag von 8 bis 18 Uhr) 1350 Aussteller in 13 Messehallen Trends rund um das Rad.

Winora setzt seit Jahren auf das eBike, auch im sportlichen Bereich, der vor allem durch die Marke Haibike abgedeckt wird. 80 motorisierte Modelle in den Sparten Geländerad und Rennrad hat Haibike aktuell im Programm. Weitere 60 die anderen Marken der Gruppe: Sinus, Staiger und Winora. Geschäftsführerin Susanne Puello stuft die Konzentration auf das eBike als Erfolgsrezept ein: „Unsere Pionierarbeit hat sich gelohnt. Wir sind und waren der Innovationstreiber der Branche.“

Das jüngste Beispiel steht gleich am Eingang der Messe: ein Jugend-eBike für Kinder ab acht Jahren. Kraft- und Reichweitenunterschiede des Nachwuchses werden durch einen Yamaha-Mittelmotor ausgeglichen. Für dieses erste Jugend-eBike auf dem Weltmarkt wurde Winora mit dem Eurobike Award ausgezeichnet, einer von drei Preisen, den die Gruppe mit nach Sennfeld nimmt. Weitere Auszeichnungen gab es für ein platzsparendes Stadtrad und eine Schnellsteckachse für Rennräder, die in Zusammenarbeit mit der Firma Tune entwickelt wurde.

Unter den Fachbesuchern punktete der unterfränkische Hersteller vor allem mit den Pedelecs für das Gelände, die für Susanne Puello nicht einfach Mountainbikes mit Motor, sondern eigenständige Sportgeräte sind, angesiedelt zwischen Fahrrad und Motocross. Und in dieser Sparte gibt es mittlerweile mehrere Untersparten: das Downhillfahrrad, dessen Federgabel einen Federweg von stattlichen 220 Millimeter hat, der „Bergsteiger“, der dank Carbon und mit Motor nur noch 17 Kilogramm wiegt und 15 000 Euro kostet, oder das motorisierte Tourenrad für das Gelände, auf dem der Radler mehr liegt als sitzt.

Mit einer Weltneuheit wartet in Friedrichshafen auch der weltweit größte Entwicklungsstandort der Fahrradbranche auf – SRAM im Schweinfurter Industrie- und Gewerbepark Maintal. Die nächste elektrische Aufrüstung des Zweirads beginnt im Rennsport mit einer drahtlosen elektronischen Schaltung, mit SRAM RED eTAP.

Die Elektronik verspricht fehlerloses und zuverlässiges Schalten selbst unter härtesten Bedingungen. eTAP funktioniert vollkommen drahtlos und verfügt über eine in der Formel 1 bewährte Schaltlogik, wie sie in elektronischen oder mechanischen Fahrradschaltungen bisher nicht realisiert wurde. Die Codierung gilt als sicher. SRAM schließt Störungen durch andere elektronische Geräte aus. Die Batterien sind leicht, schnell aufzuladen, abnehmbar und an Umwerfer und Schaltwerk befestigt. Als Montagezeitraum werden 15 Minuten angegeben.

Ausgelöst wird der Schaltvorgang durch Elektromotoren. Die Komponenten kommunizieren über einen eigenen Funkstandard. Es gibt keinen zentralen Akku. Aufladbare Knopfzellen versorgen die einzelnen Komponenten.

Die Winora Gruppe und SRAM sorgen auf der Eurobike am Bodensee für zwei weitere Rekorde. Während die Sennfelder den größten Stand der Messe haben, hat SRAM mit 120 Mitarbeitern das meiste Personal im Einsatz.

Ausgezeichnet: das Stadtrad „Radius“ der Winora Group

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