Würzburg

Koenig & Bauer: Aussichten trüben sich ein

Für den Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer ist die Luft dünner geworden, was die Geschäfte angeht. Die Gründe sind vielschichtig.
Nicht mehr ganz so glänzend sind die Geschäftsaussichten für den Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (Archivbild).
Nicht mehr ganz so glänzend sind die Geschäftsaussichten für den Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer (Archivbild). Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

Die Konjunktur schwächelt und die Konkurrenz drückt auf die Preise: Für den Würzburger Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer ist die Luft in den vergangenen Wochen dünner geworden. Dementsprechend sei es "deutlich herausfordernder geworden", die Ziele für das Gesamtjahr 2019 zu erreichen, wie es in dem am Donnerstag vorgelegten Geschäftsbericht zum dritten Quartal heißt.

Warum das Auftragsvolumen stark zurückging

Demnach liegt der Umsatz mit 798 Millionen Euro zwar knapp über dem Vorjahreswert. Die Summe der bis Ende September eingegangenen Aufträge (843 Millionen Euro) sackte jedoch um fast elf Prozent ab. Der Vergleichswert im Vorjahr sei allerdings wegen eines Großauftrags im Wertpapierdruck ungewöhnlich groß gewesen, relativiert Koenig & Bauer in der Mitteilung den Rückgang.

Zum Ende des dritten Quartals hatte der im S-Dax notierte Konzern Aufträge von insgesamt 656 Millionen Euro - gut sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Belasten derzeit vor allem Brexit und internationale Handelskonflikte die Geschäfte vieler deutscher Unternehmen, so sind es bei Koenig & Bauer mit seinen 5800 Beschäftigten zudem 48 Millionen Euro (2018: 27 Millionen Euro) Investitionen in Bau- und IT-Vorhaben wie etwa die Einführung von SAP.

Konzernergebnis und Ebit sind abgesackt

Hinzu komme, dass einige Wettbewerber aufgrund der angespannten Marktlage auf die Preise drücken, teilte das Würzburger Unternehmen weiter mit. Generelle Preissenkungen stünden für Koenig & Bauer aber "außer Frage", so Vorstandsvorsitzender Claus Bolza-Schünemann.

Deutlich nach unten ging es seit Jahresbeginn beim Konzernergebnis: Es rutschte von 20,4 Millionen auf 1 Million Euro. Kaum besser das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit): 5,2 Millionen Euro waren es bis Ende September, das ist im Jahresvergleich ein Rückgang von nahezu 82 Prozent.

Wo Koenig & Bauer die besten Geschäfte macht

Dieses Minus sei im Wesentlichen auf die Aufwendungen für die "Wachstumsoffensive 2023" zurückzuführen, teilte das gut 200 Jahre alte Unternehmen mit. Die Offensive sieht vor, dass der Konzernumsatz in vier Jahren bei 1,5 Milliarden Euro liegt. Zum Vergleich: Ende 2018 waren es 1,2 Milliarden Euro gewesen.

Das größte Umsatzplus (31 Prozent) machte Koenig & Bauer in den ersten neun Monaten des Jahres in Deutschland. In den wichtigen Märkten Nordamerika und Asien/Pazifik hingegen ging dieser Wert um bis zu 15 Prozent zurück.

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Dürrbachau
  • Jürgen Haug-Peichl
  • Brexit
  • Euro
  • Firmen und Firmengruppen in Deutschland
  • Handelskonflikte
  • Konkurrenz
  • Konzernergebnisse
  • Preisreduktionen
  • SAP AG
  • SDax
  • Umsatz
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!