Würzburg

Landwirtschaft: Premiumweizen läuft in Unterfranken gut

Viel Trockenheit, viel Staub: Landwirte in Unterfranken bekamen heuer bei der Weizenernte die Folgen des Dürrejahres 2018 zu spüren (Symbolbild). Dennoch liegen die Erträge im Durchschnitt. Foto: Bernd Wüstneck, dpa

So trüb die Stimmung in der Landwirtschaft derzeit ist, ab und an zeichnen sich Aufhellungen ab: So etwa bei der Premiumweizen-Messe, die die Arbeitsgemeinschaft (AG) zur Förderung des unterfränkischen Qualitätsweizenanbaus regelmäßig in Würzburg ausrichtet. Unter dem Begriff Premiumweizen ist Weizen von besonders guter Qualität zu verstehen.

Der überregionale Absatz von Premiumweizen ist in diesem Jahr zumindest gut gelaufen. Zog die Veranstaltung viele Jahre lang Vertreter von Mühlen, des Landhandels, Züchter- und Vertriebsfirmen aus Deutschland, Italien und den Benelux-Staaten an, entwickelt sie sich mehr und mehr zur regionalen Messe.

Wohin sich der Weizenanbau entwickeln könnte

Der Handel selbst steht hier im Hintergrund – zumal mit aktuell knapp 152 000 Tonnen Premiumweizen in Mainfranken über die Hälfte der diesjährigen Ernte zum Preis von durchschnittlich 180 Euro pro Tonne (Vorjahr: 200) bereits ihren Abnehmer gefunden hat.

Wichtiger ist, dass die Messe-Teilnehmer einen Überblick erhalten über Mengen und Qualitäten des Weizenanbaus in der Region und eine Orientierung, wie er sich entwickeln könnte. Kernfragen: Bleibt der Winterweizenanbau – heuer auf insgesamt gut 81 000 von rund 375 000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche - im dafür prädestinierten Unterfranken für Landwirte wirtschaftlich interessant? Und das trotz der massiv kritisierten Verschärfung der zwecks Grundwasserschutz verabschiedeten Düngeverordnung, die in nitratbelasteten „roten Gebieten“ den Anbau gefährdet?

Welche Folgen geringere Düngung haben kann

Immerhin betrifft das knapp die Hälfte der gesamten Landwirtschaftsfläche in Unterfranken. Herbert Siedler, Fachberater der Arbeitsgemeinschaft, berichtete von Back- und Düngungsversuchen, die die Kehrseite der für die Landwirte verpflichtenden Maßnahmen zum Wasserschutz zeigen: Geringere Düngung führt zu geringeren Erträgen und einem geringeren Rohproteingehalt, dem bislang wichtigsten Qualitäts- und Preiskriterium.

Doch befürchten Anbauer, dass es noch schlimmer kommen könnte: Fällt der Rohproteingehalt unter 12 Prozent, lässt sich der Weizen nicht mehr als Brot-, sondern nur noch als Futterweizen vermarkten. Zumindest derzeit.

Der Eiweißgehalt allein ist nicht das Maß der Dinge

Denn Siedlers Vortrag und die „Premiumweizen - Quo vadis“ überschriebene Diskussionsrunde verwiesen auf Alternativen: Der Eiweißgehalt werde nicht das Maß aller Dinge bleiben. Kleber-, Mahl- und Backeigenschaften könnten in den Vordergrund treten. Auch Weizen mit einem Rohproteingehalt von 11 Prozent lässt sich laut Siedler noch gut verbacken, solange die Sorte passt.

Ein relativ hoher Eiweißgehalt, gute Mahl- und Backeigenschaften zeichnen den diesjährigen Premiumweizen aus, sagte der Fachberater weiter. Der durchschnittliche Ertrag von 70 Dezitonnen pro Hektar lag nur knapp unter dem fünfjährigen Mittelwert (70,7). Das alles, obwohl die Bauern heuer deutlich die Auswirkungen des Trockenjahres 2018 zu spüren bekamen. „Aber letztendlich hat die Hitze Ende Juni den Ertrag begrenzt“, so Siedler.

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