NÜRNBERG/KITZINGEN

Leoni rechnet erst 2014 wieder mit Wachstum

Die Absatzflaute der Autoindustrie in Europa setzt auch dem Bordnetzhersteller Leoni zu. Um wieder auf Wachstumskurs zu kommen, will das fränkische Weltunternehmen künftig stärker in den USA und den Schwellenländern Fuß fassen, kündigte Vorstandschef Klaus Probst am Mittwoch an. Gerade wegen der zunehmenden Absatzschwäche in Europa „hat sich die Sicht des Vorstands in den zwölf Monaten auf Märkte außerhalb Europas verlagert“, sagte Probst. Der Konzern baue derzeit seine Produktion in den USA, Russland, China, Indien, Brasilien und Korea aus.

Die entsprechenden Investitionen und Vorlaufkosten für neue Produktionslinien werden sich nach Einschätzung des Leoni-Chefs erst im Jahr 2014 auszahlen. „Dann rechnen wir wieder mit einem Wachstumschub.“ Im „Übergangsjahr 2013“ geht Probst von einem um 110 Millionen auf 3,7 Milliarden Euro schrumpfenden Umsatz aus. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern dürfte nach seiner Prognose in diesem Jahr von 237 Millionen auf 170 Millionen Euro fallen. Bereits 2012 hatte Leoni die Absatzprobleme einiger Autohersteller zu spüren bekommen. Zwar erreichte der Umsatz mit 3,81 Milliarden Euro einen neuen Höchststand – allerdings nur dank der Übernahme des koreanischen Kabelstellers Daekyeung. Das Konzernergebnis verharrte mit 156 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Ohne den Erlös aus dem Verkauf einer Schweizer Leoni-Tochter wäre der Gewinn um mehr als 20 Millionen Euro geringer ausgefallen. Belastet hätten Umsatz und Gewinn zudem das im vergangenen Herbst in Kraft getretene Total-Embargo für Lieferungen in den Iran, der hohe Kupferpreis und Probleme mit Daekyeung.

Dank der verstärkten Internationalisierung und neuer Produkte etwa für Solarbranche und Elektroautos setzt Probst auf Wachstum. Bis 2016 peilt der Leoni-Chef einen Umsatz von rund fünf Milliarden Euro an. Allerdings werde dann ein deutlich größerer Umsatz als heute in den USA, Mexiko und den Schwellenländern erwirtschaftet. Trotz geplanter Rationalisierungen, etwa beim Zusammenstellen von Auto-Kabelbäumen, werde die Zahl der Beschäftigten weltweit von knapp 60 000 auf mehr als 70 000 steigen. In Deutschland beschäftigt Leoni 4200 Mitarbeiter und will dieses Jahr auf 4300 aufstocken.

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