FRANKFURT

Lettland fit für den Euro

Europas Währungshüter sehen das baltische Lettland trotz einiger Bedenken fit für die Euro-Einführung zum 1. Januar 2014. Der kleine Staat mit rund zwei Millionen Bürgern erfülle alle Maastricht-Kriterien, schreibt die Europäische Zentralbank (EZB) in ihrem Konvergenzbericht. Wenn das Land zum neuen Jahr den Euro einführt, ist es das 18. der Währungsunion.

Es gebe jedoch Sorgen, etwa wegen des Inflationsdrucks, mahnt die EZB. Da das Preisniveau und das Pro-Kopf-Einkommen in Lettland niedriger sind als im Euroraum, sei mittelfristig mit einer höheren Preissteigerung zu rechnen als im Währungsraum insgesamt. In den letzten zwölf Monaten sei die Inflation mit durchschnittlich 1,3 Prozent zwar sehr niedrig und weit unter dem Referenzwert von 2,7 Prozent geblieben: „In den letzten zehn Jahren schwankte die jährliche Teuerung jedoch sehr stark von minus 1,2 Prozent bis plus 15,3 Prozent“, schreiben die Währungshüter. Die EZB sieht die Gefahr, dass die Inflation in künftigen Boomphasen getrieben von Rohstoffpreisen und Lohnerhöhungen wieder kräftig anziehen könnte. Letztere könnten auch die Wettbewerbsfähigkeit der lettischen Unternehmen gefährden, schreibt die Notenbank.

Auch andere Maastricht-Kriterien wie Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung hält das Land derzeit ein. Die Staatsverschuldung lag 2012 bei 40,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), erlaubt sind 60 Prozent. Das Defizit betrug 1,2 Prozent vom BIP, erlaubt sind 3,0 Prozent. Im Sog der weltweiten Finanzkrise war der baltische Staat noch von der Zahlungsunfähigkeit bedroht. Die EZB ermahnte Riga, den Haushalt weiter zu konsolidieren. Zudem müsse das Land den Arbeitsmarkt reformieren, in dem eine hohe Arbeitslosigkeit in einigen Sektoren und Arbeitskräftemangel in anderen herrschten.

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