BERLIN

Potenzial für Halal-Essen unterschätzt

Deutsche Lebensmittelhersteller und Supermärkte unterschätzen nach Ansicht eines Branchenvereins das Potenzial für Lebensmittel, die nach muslimischen Regeln produziert werden. Es gebe etwa drei Millionen Menschen mit türkischem Hintergrund im Land, berichtete Stephan Becker-Sonnenschein vom Verein „Die Lebensmittelwirtschaft“ am Dienstag in Berlin. Ihre Kaufkraft für Nahrungsmittel werde auf 18 bis 20 Milliarden Euro im Jahr geschätzt.

Im Islam darf Essen zum Beispiel kein Schweinefleisch und keinen Alkohol enthalten. Manche Produkte tragen entsprechende Halal-Siegel. Hamza Wördemann vom Zentralrat der Muslime in Deutschland plädierte dafür, auf Verpackungen etwa Hinweise wie „Ohne tierische Zusätze“ oder „Ohne Schweinefleisch“ zu schreiben. Oft enthielten Fruchtjoghurts, Wackelpudding oder Tortenguss Schweinegelatine.

Nach einer Schätzung achten 70 Prozent der Muslime darauf, dass sie Nahrungsmittel essen, die den islamischen Regeln entsprechen. Viele gingen mindestens einmal in der Woche in einen türkisch-arabischen Supermarkt. Davon gebe es bundesweit etwa 4500.

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