MÜNCHEN/SCHWEINFURT

Schaeffler Industrie schwächelt weiter

Schaeffler
Das Unternehmen reagiert mit den Stellenstreichugnen auf das rückläufige Industriegeschäft. Foto: Daniel Karmann/Archiv

Bei Schaeffler gab es am Mittwoch mehrere gute, aber auch eine schlechte Nachricht. Die schlechte bezog sich auf die Sparte Industrie, die nach wie vor schwächelt. Aus diesem Grund wird es eine weitere Runde der Kostensenkung geben, die rund 500 Stellen kosten soll.

Insgesamt ist der Konzern in den ersten drei Quartalen um währungsbereinigt 2,7 Prozent auf zehn Milliarden Euro Umsatz gewachsen und hat das Ergebnis um 29 Prozent auf 672 Millionen Euro gesteigert. Gleichzeitig hat Vorstandschef Klaus Rosenfeld das Programm „Mobilität für morgen“ vorgestellt. Es geht davon aus, dass die E-Mobilität jetzt richtig in Fahrt kommt, und richtet das Unternehmen dafür aus.

Der Umsatz der Sparte Industrie, die ihren Sitz in Schweinfurt hat, ging in den ersten neuen Monaten um 5,3 Prozent zurück. Mit der neuen Sparrunde, von der die Werke außerhalb Deutschlands, aber auch Funktionsbereiche betroffen sind, soll das Ergebnis in den nächsten drei Jahren um 60 Millionen Euro verbessert werden. Spartenchef Stefan Spindler strebt eine Umsatzrendite von zehn bis elf Prozent an. Im Gesamtkonzern liegt sie aktuell bei 12,8 Prozent.

Wie Rosenfeld ausdrücklich betonte, will Schaeffler an den beiden Sparten Automotive und Industrie unverändert festhalten. Ein Verkauf der Industrie, die mit 6750 Mitarbeitern ein Viertel des Gesamtumsatzes macht, stehe nicht zur Debatte.

Als Zukunftstrends nennt das Programm „Mobilität für morgen“, den Klimawandel, die Urbanisierung und die Digitalisierung. Daraus leiten sich, so Rosenfeld vor Journalisten in München, vier Handlungsfelder ab: Umweltfreundliche Antriebe, Urbane Mobilität, Interurbane Mobilität und die Optimierung der Energiekette. „Mit unserer Strategie wollen wir unseren Beitrag leisten, die Welt ein Stück sauberer, sicherer und intelligenter zu machen.“

Rosenfeld geht davon aus, dass sich die Elektrifizierung des Automobils beschleunigen wird und sein Unternehmen vor allem für Hybridfahrzeuge wichtige Komponenten und Systeme liefern wird. Selbst für das rein elektrisch betriebene Auto sieht der Vorstandschef Produkte aus dem Hause Schaeffler.

Im Laufe dieses Jahres wurde vom Management ein Exzellenzprogramm mit 16 Initiativen entwickelt, die bis 2020 umgesetzt sein sollen.

Bis dahin will Schaeffler in diesen Bereich weitere 500 Millionen Euro investieren und die Zahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung verdoppeln.

Für diesen Zeitraum wird ein jährliches Wachstum von vier bis sechs Prozent angepeilt, die Umsatzrendite soll bei zwölf bis 13 Prozent liegen und 2020 ein Free Cashflow von 900 Millionen Euro erzielt werden. Dann soll der Gewinn pro Aktie rund zwei Euro betragen. Die Entschuldung soll weiter betrieben und das Eigenkapital deutlich gestärkt werden. Den Aktionären stellt Rosenfeld eine Dividende von 30 bis 40 Prozent des Konzernüberschusses in Aussicht. Im Rahmen des Programms „Mobilität für morgen“ sind kleine Akquisitionen im dreistelligen Millionenbereich vorgesehen, die dazu dienen, „das Kompetenzprofil in Schlüsseltechnologien zu verbessern und abzurunden.“

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