WÜRZBURG

Stürtz-Nachfolger Phoenix Print darf weitermachen

Sanierung: Das Amtsgericht Würzburg hat dem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung der Würzburger Phoenix Print zugestimmt.
Sanierung: Das Amtsgericht Würzburg hat dem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung der Würzburger Phoenix Print zugestimmt. Foto: Phoenix

Das Amtsgericht Würzburg gibt dem angeschlagenen Druckunternehmen Phoenix Print (vormals Stürtz) die Chance zum Weiterarbeiten. Am Montag stimmte das Gericht einem Insolvenzantrag in Eigenverwaltung zu. Das Gericht legte fest, dass „zur Sicherung der Belieferung und Fortführung des Geschäftsbetriebes Bestellungen bei Lieferanten und Dienstleistern mit Wirkung für und gegen die spätere Insolvenzmasse“ eingegangen werden dürfen. Sachwalter ist Rechtsanwalt Matthias Reinel. Dies teilte Geschäftsführerin Ramona Weiß-Weber den Kunden mit.

Vorgänger Ronald Hof – der Stürtz durch die Fusion in eine sichere Zukunft führen wollte – „hat das Unternehmen verlassen“, sagte eine Firmensprecherin auf Anfrage. Damit ist der Kapitän von Bord gegangen, der Stürtz jahrelang durch schwere See gesteuert hatte. Die Fusion im April 2015 sollte beide wettbewerbsfähiger machen. Doch die Freude dauerte nur wenige Monate, dann tauchten unerwartete Probleme auf. Plötzlich wurden alle Leitungen nach Augsburg gekappt. Die Firmenleitung beantragte Insolvenz für den Augsburger Teil des Unternehmens.

In der Phoenix-Zentrale in Würzburg hieß es dazu: „Die Gesellschaft sah sich zu dem drastischen Schritt gezwungen, nachdem das verbundene Unternehmen Himmer AG Augsburg der Phoenix Print die Summe von 1,65 Millionen Euro rechtswidrig entzogen hat. Die Mittel sind nachweislich an die Himmer AG geflossen. Über die weitere Verwendung liegen der Phoenix Print keine Erkenntnisse vor.“ Die Spitze des Augsburger Firmenteils spricht von einer willkürlichen Einleitung des Insolvenzverfahrens. Man habe rechtliche Schritte gegen Würzburg unternommen.

In Augsburg ist seit Ende September die Produktion eingestellt. 80 Beschäftigte haben vom Insolvenzverwalter die Kündigung erhalten. Auch in Würzburg blieb der Gang zum Insolvenzgericht nicht erspart. „Altverbindlichkeiten und unerwartete operative Belastungen“ bedrohten die Liquidität, erklärt man Kunden. Aber hier hoffen 320 Mitarbeiter, dass Phoenix Print die Kurve kriegt.

Ein Schritt war jetzt die Entscheidung des Gerichts. „Wir freuen uns, dass wir unsere Geschäftsbeziehungen in geordneten Bahnen fortsetzen können“, sagte Geschäftsführerin Weiß-Weber. Die Insolvenz in Eigenverwaltung ermöglicht die Fortführung des angeschlagenen Betriebes durch das Unternehmen selbst, bei dem die Chance auf Überleben statt Zerschlagung besteht. Das Gericht erlässt Auflagen für das Management, die der Sachwalter kontrolliert. Phoenix will ein Konzept zur Neustrukturierung erarbeiten.

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