WÜRZBURG

Wo die D-Mark noch eine Rolle spielt

Euro und D-Mark       -  Eine Deutsche Mark (D-Mark, l) und eine Ein-Euro-Münze.
Eine Deutsche Mark (D-Mark, l) und eine Ein-Euro-Münze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Obwohl die D-Mark seit rund 15 Jahren kein gültiges Zahlungsmittel mehr ist, befinden sich immer noch Bargeldbestände in Milliardenhöhe im Umlauf. Wer jetzt noch umtauschen möchte, sollte sich an eine Filiale der Bundesbank wenden.

Die Einführung der D-Mark bedeutete für viele Deutsche nicht weniger als der Beginn eines neuen Lebens. Sie beendete den Zigarettentauschhandel auf dem Schwarzmarkt und füllte die Geschäfte wieder mit Lebensmitteln. Einige sahen in ihr sogar den endgültigen Schritt zur Gründung der Bundesrepublik und somit einen Garanten für Sicherheit und Stabilität.

12,6 Milliarden Mark noch im Umlauf

Heute, mehr als 14 Jahre nach der Einführung des Euro-Bargeldes, horten die Deutschen immer noch D-Mark-Bestände in Milliardenhöhe. Laut Angaben der Deutschen Bundesbank waren Ende Juni dieses Jahres deutschlandweit immer noch Scheine und Münzen im Wert von 12,6 Milliarden D-Mark (rund 6,5 Milliarden Euro) im Umlauf.

Eine anhaltende nostalgische Verbundenheit der Deutschen gegenüber der D-Mark kann die Bundesbank jedoch nicht feststellen. Sie schätzt vielmehr, dass es sich bei den verbliebenen Bargeldbeständen zum größten Teil um Sammlerstücke oder vergessene Ersparnisse handelt.

Allein in Würzburg 2000 Fälle bei der Bundesbank-Filiale

Bestätigen kann dies auch Markus Schiller, Leiter der Filiale der Bundesbank in Würzburg. Wie viel D-Mark insgesamt in Mainfranken noch im Umlauf sind, kann er zwar nicht sagen. In diesem Jahr habe es aber rund 2000 Fälle gegeben, bei denen in seiner Filiale D-Mark in Euro getauscht wurden. Dem seien meistens die Auflösung einer Münzsammlung oder der unverhoffte Fund eines Sparstrumpfes vorausgegangen.

Den Weg zur Bundesbank im Falle eines D-Mark-Fundes empfiehlt auch Linda Greiner, Inhaberin der Würzburger Gold- und Münzenhandlung Greiner. D-Mark-Münzen nimmt sie schon lange nicht mehr an.

Was es mit dem Silberanteil der Münzen auf sich hat

Aus Fairness gegenüber ihren Kunden, wie sie sagt. Zwar gebe es für einige Sonderausgaben und Fehlprägungen noch Interessenten. Außerhalb des Internets bestünde jedoch kein wirklicher Markt mehr für die D-Mark. Auch mit der weit verbreiteten Annahme, der Silberanteil einiger Münzen sei weit mehr wert als der Nennwert der Münzen, räumt die Münzexpertin auf: Dies hänge stark vom aktuellen Silberkurs ab. Hinzu kämen verhältnismäßig hohe Steuern, so dass die wenigsten Händler sich auf dieses Geschäft einließen.

Auch Volker Wedde, unterfränkischer Bezirksgeschäftsführer des Handelsverbandes Bayern (HBE), misst der D-Mark nur noch wenig Bedeutung zu. Im Einzelhandel spiele sie als Zahlungsmittel ohnehin schon lange keine Rolle mehr und auch Sonderaktionen, die zum Umtausch der D-Mark anregen sollen, seien ihm in Unterfranken nicht bekannt. Natürlich gebe es Einzelfälle, in denen ältere Menschen versuchten, in D-Mark zu bezahlen. Sie würden aber ausnahmslos an die Bundesbank verwiesen.

Amtlicher Kurs liegt nach wie vor bei 1,95583 Mark

Dort können umtauschwillige Kunden ihre Bargeldbestände unkompliziert eintauschen. Wie Filialleiter Schiller bestätigt, ist der Umtausch auch in Würzburg, ebenso wie in allen anderen Filialen der Deutschen Dank, gebührenfrei und zeitlich unbegrenzt möglich. Münzen in einwandfreiem Zustand sowie Scheine, die nicht offensichtlich mutwillig beschädigt wurden, werden zum amtlichen Umtauschkurs von einem 1 Euro für 1,95583 D-Mark gewechselt. Lediglich beim Umtausch von D-Mark im Gegenwert von mehr als 1000 Euro (etwa 1.955,83 D-Mark) sollte vorab Kontakt aufgenommen werden. So groß dürften jedoch ohnehin die wenigsten Sparstrümpfe sein.

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