WÜRZBURG

Mobile Media Day: Besucher beschäftigen sich mit der Zukunft der Mediennutzung

Barbara Evans bei ihrem Vortrag „Die Zukunft ist Mobil(E)“.
Foto: Christoph Weiss | Barbara Evans bei ihrem Vortrag „Die Zukunft ist Mobil(E)“.

Wo früher Druckmaschinen ratterten, wurde am Mittwoch über die mobile Mediennutzung der Zukunft diskutiert. Die Zeiten sind vorbei, in denen das Publikum Vorträgen einfach nur zuhört. Beim zweiten Mobile Media Day im Vogel Convention Center in Würzburg legten die Besucher ihre Smartphones und Tablets nicht aus der Hand. Sie kommentierten die Vorträge auf Facebook, twitterten fleißig, fotografierten und filmten die einzelnen Workshops – ganz im Sinne der Veranstaltung.

Längst sind Tablets und Smartphones aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Als Konsequenz aus dieser veränderten Mediennutzung fand im vergangenen Jahr zum ersten Mal der Mobile Media Day in Würzburg statt. Veranstaltet von der Bayerischen Medienservice Gesellschaft, einer Tochter der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien in München.

„Wir wollten zum einen aktuelle Trends und Entwicklungen im Medienbereich aufgreifen und zum anderen in der Region sichtbar machen, was alles passiert“, sagt Geschäftsführer Stefan Sutor, der auch auf für die Strategie und die digitale Entwicklung bei der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien zuständig ist.

Sexuelle Bedeutung von Handys

Würzburg ist hierfür ideal. Längst hat sich gezeigt, dass Innovationen nicht nur in Berlin oder München entstehen. Mit den großen Medienunternehmen Main-Post und Vogel Business Media sowie den Forschungseinrichtungen der Universität Würzburg und der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt gibt es enormes Potenzial in der Region. „Ich bin überwältigt von der Resonanz“, sagt Sutor. Mit über 450 Anmeldungen hat sich die Zahl der Besucher in diesem Jahr mehr als verdoppelt. „Würzburg hat gezeigt, dass es mehr kann als nur Bocksbeutel“, so Sutor.

Bei der Tagung ist auch der Informatiklehrstuhl für Mensch-Computer Interaktion der Universität Würzburg vertreten – und zeigt den Besuchern wie Spiele der Zukunft aussehen könnten. Die Grundidee dahinter: klassische Brettspiele mit den Möglichkeiten von Computern zu verbinden. „Man soll aber nicht wie bei einem PC-Spiel alleine vor dem Bildschirm sitzen, sondern gemeinsam am Tisch“, erklärt Martin Fischbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut. Die Spieler sitzen an einem so genannten Multitouchtisch und bewegen darauf ihre Karten und Spielfiguren, der Bildschirm erkennt die Bewegungen, zeigt Optionen an oder gibt Geräusche von sich – alles entwickelt von Würzburger Studenten. „Der Prototyp kostet etwa 7000 Euro, aber das ist nur die Hardware, ohne die Entwicklung der Software“, sagt Fischbach.

Sie arbeiten nun daran, ihr Projekt mit Smartphones und Tablets zu realisieren. Aber was verraten Smartphones eigentlich über ihre Nutzer? Diplompsychologin Christine Hennighausen von der Universität Würzburg geht in ihrem Vortrag auf Statussymbole ein und erklärt, was sie über ihre Besitzer aussagen. „Sie müssen teuer und exklusiv sein sowie ihren Nutzer aus der Masse herausheben“, sagt Hennighausen. Hennighausen und Frank Schwab haben die sexuelle Bedeutung von Handys untersucht.

Ihre Studie zeigt, dass Männer, die an kurzfristigen Beziehungen interessiert sind und Singles sind, eher zu teureren, statusträchtigeren Geräten greifen. Die zahlreichen Besucher des Mobile Media Days sind sich nicht nur einig, dass die Zukunft mobil ist – für viele ist die Zukunft vielmehr schon in der Gegenwart angekommen. „Der Nerv der Zeit heute bedeutet Mobilität“, erklärt Barbara Evans von der Münchner Mediaagentur mediaplus. Zwar war der Content schon immer in Bewegung – doch wird die Gesellschaft immer mobiler. „Immerhin 90 Prozent der Pendler nutzen ihre Smartphones“, sagt Evans.

Referenten aus der Region

Neben Rednern aus München, Köln oder Berlin sind an diesem Tag auch viele Referenten aus der Region bei der Tagung vertreten. Christian Papay von Würzburg erleben stellt die erfolgreiche Lokalseite vor, Christopher Kassulke von der erfolgreichen Firma HandyGames aus Giebelstadt widmet sich der Frage, was nach der mobilen Nutzung kommen könnte und Gunther Schunk von Vogel Business Media präsentiert die Startup Werkstatt des Unternehmens. Am Ende des Tages ist klar: Die Zukunft ist mobil – und scheint in Würzburg beim Mobile Media Day schon längst angekommen.

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