STOCKHOLM

Nobelpreis für Wirtschaft

Der Nobelpreis für Wirtschaft geht in diesem Jahr an die beiden US-Ökonomen und Marktexperten Alvin Roth und Lloyd Shapley. Sie erhielten die Auszeichnung für ihre Forschung zur optimalen Verteilung zwischen Menschen und Märkten, wie die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm mitteilte.

Während der 89-jährige Shapley in den 1960er Jahren für die theoretische Grundlage sorgte, wie Märkte effektiv funktionieren, setzte Harvard-Professor Roth (60) dies Jahre später in die Praxis um. Er half beim Aufbau von Institutionen, um Marktteilnehmer bestmöglich zusammenzubringen – etwa bei einer Tauschbörse von Spendernieren.

Shapley, der als einer der ältesten Wissenschaftler einen Nobelpreis erhält, untersuchte Märkte mittels der Spieltheorie. Der emeritierte Professor der Universität von Kalifornien entwickelte ein Modell, wonach die Zuordnung zwischen Marktteilnehmern stabil ist. Dies ist dann der Fall, wenn es keine zwei Marktteilnehmer gibt, die besser zusammenpassen, als sie es mit ihren aktuellen Pendants bereits tun. Roth nutzte diese Erkenntnis, als er später half, Auswahlsysteme zu optimieren. Dabei verbesserte er die Verteilung von jungen Ärzten, die Jobs an Krankenhäusern suchen, und den Bewerbungsprozess von Schülern an High Schools.

„Beim Zusammenbringen geht es darum, wie man die Dinge bekommt, die man sich nicht aussuchen kann, für die man aber auch ausgesucht wird – etwa: auf welche Universität geht man, wen heiratet man, welchen Job bekommt man“, sagte Roth. „Man kann nicht einfach haben, was man will.“ Man müsse dafür werben. „Wir untersuchen die Prozesse an den Märkten, mit denen diese Art von Werben gelöst wird.“

Die gute Nachricht aus Stockholm verpasste Roth zunächst, denn beim ersten Anruf schlief er noch. Die Preisverleihung bezeichnete er als unvorstellbar und unerwartet. „Ich bin sicher, dass die Studenten aufmerksamer sein werden, wenn ich heute zur Vorlesung gehe.“ Der Nobelpreis im Fach Wirtschaftswissenschaften wird erst seit 1969 verliehen und ist mit acht Millionen Kronen (etwa 920 000 Euro) dotiert.

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