Bad Neustadt

Rhön-Klinikum: Heuer gibt es doch keine Dividende

Die Corona-Folgen und die Übernahme durch Asklepios werden offenbar teuer: Die Rhön-Klinikum AG wird heuer keine Dividende zahlen. Indes bleibt eine wichtige Frage offen.
Dieser Handschlag von Asklepios-Chef Kai Hankeln (links) und Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch im Februar machte den Anfang einer Übernahmeschlacht. Sie ist zu Ende - und wird zusammen mit den Folgen der Corona-Krise nun zur finanziellen Herausforderung für das Bad Neustadter Unternehmen.
Dieser Handschlag von Asklepios-Chef Kai Hankeln (links) und Rhön-Klinikum-Gründer Eugen Münch im Februar machte den Anfang einer Übernahmeschlacht. Sie ist zu Ende - und wird zusammen mit den Folgen der Corona-Krise nun zur finanziellen Herausforderung für das Bad Neustadter Unternehmen. Foto: obs/Asklepios Kliniken

Wegen der Folgen der Corona-Krise und der Übernahme durch Asklepios tritt die Rhön-Klinikum AG in Bad Neustadt (Lkr. Rhön-Grabfeld) auf die Bremse: In diesem Jahr werde voraussichtlich keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet, heißt es in einer Mitteilung des Konzerns vom Donnerstag. Vielmehr soll der Bilanzgewinn in Höhe von knapp 204 Millionen Euro ins nächste Jahr übertragen werden, um die Liquidität des Unternehmens zu stärken und die Investitionskraft sicherzustellen.

Gründe für diesen Schritt seien, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sowie die "zusätzlichen finanziellen Belastungen" im Zuge der Übernahme des Konzerns durch den bisherigen Mitaktionär Asklepios unsicher seien. Vorstand und Aufsichtsrat hatten im Mai angekündigt, der Hauptversammlung am 19. August eine Dividende von 25 Cent je Aktie vorzuschlagen. Davon rückten die beiden Gremien jetzt ab.

Der Aufsichtsrat beriet am Donnerstag auch über eine hochrangige Personalie: Vorstandschef Stephan Holzinger hatte am 22. Juni nach über drei Jahren im Amt seinen Rücktritt angekündigt, weil er mit der "nun augenscheinlich verbundenen neuen Ausrichtung" durch Asklepios nicht einverstanden war. Holzingers Vertrag endet laut Rhön-Klinikum Ende September. Wer sein Nachfolger wird, blieb am Donnerstag unklar.

Sicher dagegen ist die Übernahme des Unternehmens mit seinen 18 000 Beschäftigten an fünf deutschen Standorten durch den Asklepios-Konzern in Hamburg. Der hält nun nach Angaben vom Donnerstag zusammen mit Rhön-Gründer Eugen Münch 92,58 Prozent der Aktien. Dem war ein monatelanger Kampf vor allem mit dem mittlerweile ausgestiegenen Rhön-Mitaktionär B.Braun Melsungen vorausgegangen.

Der hessische Medizinversorger hatte sich zum Teil mit juristischen Mitteln gegen den Asklepios-Kompletteinstieg ins Rhön-Klinikum gewehrt. Für die Übernahme hat Asklepios gut 28 Millionen Rhön-Aktien zum Preis von jeweils 18 Euro gekauft. Die Hamburger bündeln ihre Anteile in einem Ende Februar überraschend gegründeten Joint Venture mit Münch. So hat der 75-Jährige weiterhin eine Hand am Schalthebel eines der größten Krankenhausbetreibers in Deutschland.

Das Rhön-Klinikum werde auch nach der Übernahme "eine eigenständige Gesellschaft" bleiben, teilte Asklepios weiter mit. Beide Seiten wollen die Digitalisierung "der gesamten Krankenhauslandschaft" weitertreiben.

Das Bundeskartellamt hatte im Mai die Übernahme genehmigt. Indes machen sich Rhön-Beschäftigte offenbar Sorgen um ihre Zukunft: Bei einer Demonstration vor wenigen Tagen an der konzerneigenen Uni-Klinik Marburg hieß es laut Medienberichten, dass Asklepios nicht tariftreu sei und Druck auf Mitarbeiter ausübe.

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