Schweinfurt

Trotz Corona-Krise: Schaeffler leicht optimistisch

Obwohl der Umsatz 2020 um zehn Prozent sank, sieht sich der Schaeffler-Konzern gut aufgestellt. Allerdings gibt es schlechte Nachrichten für den Standort Eltmann.
Wälzlager werden in der Industrie auch in 100 Jahren noch benötigt, ist man bei Schaeffler überzeugt. Das stimmt das fränkische Unternehmen zuversichtlich.
Foto: Schaeffler | Wälzlager werden in der Industrie auch in 100 Jahren noch benötigt, ist man bei Schaeffler überzeugt. Das stimmt das fränkische Unternehmen zuversichtlich.

Vorstandsvorsitzender Klaus Rosenfeld sieht sein Unternehmen gut durch die Corona-Krise gekommen: Übers Jahr erzielte Schaeffler zwar einen Umsatzrückgang von 10,4 Prozent, konnte aber im vierten Quartal um 4,6 Prozent zulegen.

Das war vor allem der guten Entwicklung in China zu verdanken, wo Schaeffler bereits über 20 Prozent des Umsatzes erzielt. Die Ebit-Marge fiel 2020 gegenüber dem Vorjahr von 8,1 auf 6,4 Prozent.  Das Konzernergebnis wird mit 325 Millionen Euro (Vorjahr: 694 Millionen) ausgewiesen.

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Für das laufende Jahr rechnet Rosenfeld mit einem Wachstum um mehr als sieben Prozent und eine Umsatzrendite zwischen sechs bis acht Prozent. "Wir haben die Krise gut gemeistert und blicken mit einem gewissen Optimismus in die Zukunft."

Geholfen habe die breite Aufstellung des Konzerns, sagte Rosenfeld, der in der Vergangenheit einer Aufspaltung in verschiedene Gesellschaften eine klare Absage erteilt hatte. Positiv ausgewirkt hätten sich die diversen Einsparungsprogramme. So ging die Zahl der Mitarbeiter von 92 500 auf 83 300 weltweit und in Deutschland von 32 700 auf 30 000 zurück.

Was über Schaeffler in Schweinfurt zu berichten ist

Wie Rosenfeld und Finanzchef Klaus Patzak bei einer virtuellen Pressekonferenz am Donnerstag berichteten, lag der Umsatz bei 12,6 Milliarden Euro (Vorjahr: 14,4 Milliarden). Von der negativen Entwicklung waren alle drei Sparten betroffen: Automotive, Automotive Aftermarket (Ersatzteile) und Industrie.

Die in Schweinfurt ansässige Sparte Industrie erzielte einen Umsatz von 3,14 Milliarden Euro (Vorjahr: 3,53 Milliarden). Währungsbereinigt entspricht dies einem Minus von neun Prozent. Blickt man allein auf Europa, dann liegt das Minus bei 18,4 Prozent.

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Unterm Strich wäre der Einbruch in der Industrie noch höher ausgefallen, hätte es für den Bereich Windkraft nicht positive Entwicklungen gegeben. Das Ebit sank um 26,3 Prozent auf 266 Millionen Euro.

Zur Sparte Industrie verwies Rosenfeld auf ein Interview, das ihr Leiter Stefan Spindler kürzlich dem "Handelsblatt" gegeben hatte. Demnach peilt Spindler eine Umsatzrendite von zwölf Prozent bis 2025 an. In der Industrie würden Wälzlager auch in 100 Jahren noch benötigt. Bei Lagern für Windkraft sieht Spindler Schaeffler bereits als Nummer eins weltweit. Für 2021 rechnet er mit einem Wachstum von vier bis sechs Prozent und einer Marge über 8,5 Prozent.

Für die deutschen Standorte sind diese Ziele problembeladen. Während die Autosparte früh den Märkten gefolgt ist, macht die Industriesparte lediglich 45 Prozent des Geschäfts in Europa aus, 70 Prozent der Produktionskapazitäten seien jedoch hier.

Warum es kritisch wird für den Schaeffler-Standort Eltmann

Viele Lager, so Spindler, werden von Deutschland aus in alle Welt verschickt. Aus diesem Grund müsse die Werkstruktur gestrafft werden. Das ist keine gute Nachricht für den zur Disposition stehenden Standort Eltmann (Lkr. Haßberge).

In diesem Zusammenhang kündigte Rosenfeld Verhandlungsergebnisse mit den Betriebsräten in den nächsten Wochen an. Dabei werde das Unternehmen auf gute und faire Ergebnisse achten.

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Im September war bekannt geworden, dass Schaeffler in Deutschland Werke schließen will, darunter das in Eltmann. Seither kämpfen die Beschäftigten dort für den Erhalt. Zuletzt kamen Mitte Februar 200 Menschen zu einer Protestaktion in dem Ort am Main zusammen.

Der Wert der Schaeffler-Aktie ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen – auf zuletzt 7,45 Euro.  Am 3. März 2020 lag sie bei 8,21 Euro, am 19. März 2020 bei 4,14 Euro. Der Hauptversammlung im April empfiehlt der Vorstand eine Dividende von 25 Cent (Vorjahr: 45 Cent).

(Mitarbeit: aug)

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