Düsseldorf

Landmaschinenhersteller Claas spürt Dürre-Jahre

Produktion bei Claas
Für das Geschäftsjahr 2020 zeigt sich die Claas-Führung verhalten optimistisch. Entscheidend sei, wie sich das Einkommen der Landwirte entwickle. Foto: Friso Gentsch/dpa

Zwei Dürre-Sommer in Folge haben beim Landmaschinenhersteller Claas Spuren hinterlassen. Besonders beim Absatz von Mähdreschern musste das Familienunternehmen aus Harsewinkel in Ostwestfalen deutliche Rückgänge hinnehmen.

Zwar blieb der Umsatz im zum 30. September abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 mit 3,89 Milliarden Euro nahezu stabil gemessen am Vorjahr, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Der Gewinn ging aber um 36 Prozent auf 96,3 Millionen Euro zurück. Dafür sei maßgeblich der Einbruch auf dem deutschen Markt verantwortlich. Dort sind die Gewinnmargen bei Mähdreschern besonders hoch.

„Das Investitionsverhalten der Landwirte war in Deutschland zurückhaltend”, sagte Böck. Auf dem Heimatmarkt von Claas fiel der Umsatz um 4,1 Prozent auf 801 Millionen Euro. Dagegen entwickelte sich der Markt in Frankreich nach mehreren Krisenjahren ebenso wie in Russland positiv. Der Vorsitzende der Konzernleitung, Thomas Böck, sprach bei der Vorstellung der Zahlen von schwierigen Rahmenbedingungen mit großen regionalen Unterschieden.

Für das Geschäftsjahr 2020 zeigte sich die Claas-Führung verhalten optimistisch. Entscheidend sei, wie sich das Einkommen der Landwirte entwickle. Den Weizenpreis bezeichnet die Konzernleitung als stabil, aber niedrig. Bei der Milch seien die Preise für die Landwirte auskömmlich. Offen sei auch, welche Folgen die Handelskonflikte zwischen den USA und Teilen der Welt auf die Märkte haben werden. Auch die gesellschaftliche Diskussion zur Rolle der Landwirte belaste die Branche. „Die Zahl der Betriebe sinkt. Und viele Landwirte zögern da bei großen Investitionen”, sagte Vorstandschef Böck.

Claas beschäftigte weltweit 11.448 Mitarbeiter. Das ist ein Plus von 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Nach drei Jahren Verhandlungen haben sich die großen Anbieter von Landmaschinen unterdessen auf eine gemeinsame Internet-Schnittstelle geeinigt. „Das war nicht so einfach”, sagt Böck über die Gespräche mit den Mitbewerbern wie John Deere. Unter dem Titel „Data Connect” können Landwirte in Zukunft ihren gesamten Maschinenpark unabhängig vom Anbieter übers Internet im Blick behalten. „Die Programmierung des offenen Standards hat dann nur sechs Wochen gedauert”, sagte Böck.

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