Stuttgart

Daimler will Werk im französischen Hambach verkaufen

Daimler Hambach       -  Der Autobauer Daimler will sein Werk im französischen Hambach verkaufen.
Foto: Yoan Valat/EPA/dpa | Der Autobauer Daimler will sein Werk im französischen Hambach verkaufen.

Der Autobauer Daimler trimmt sein weltweites Netz von Produktionsstandorten auf mehr Effizienz und will dafür das Werk im französischen Hambach verkaufen.

Der Konzern muss schon wegen der enormen Kosten für Digitalisierung und den Wandel der Branche zur Elektromobilität kräftig sparen. Nun komme noch die Corona-Pandemie dazu, die zu neuen Rahmenbedingungen im Markt führe - „und in diesem Zusammenhang optimieren wir unser globales Produktionsnetzwerk”, sagte Vorstandschef Ola Källenius. „Deswegen beabsichtigen wir, Gespräche über den Verkauf des Werks Hambach aufzunehmen.”

An dem Standort unweit der Grenze zu Deutschland sind 1600 Mitarbeiter beschäftigt. Dort wird bisher noch der Kleinwagen Smart gebaut, den Daimler von der nächsten Modellgeneration an zusammen mit seinem Großaktionär Geely in China produzieren will. Die beiden Konzerne hatten dazu gemeinsam ein neues Unternehmen gegründet, um der Marke neuen Schwung zu geben. Hambach hätte laut früheren Ankündigungen im Gegenzug einen Kompaktwagen aus der neuen Elektro-Modellreihe EQ von Mercedes-Benz bekommen sollen.

Frankreichs mächtiger Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire reagierte am Abend besorgt auf die Ankündigung. Daimler müsse alle Optionen offen halten - dazu gehöre auch, die Fabrik zu behalten. Das Werk Hambach sei „ist ein symbolischer Standort” der deutsch-französischen Industriebeziehungen, so der Ressortchef. „Die Beschäftigten haben immer den sozialen Dialog vorgezogen, um die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Fabrik zu gewährleisten.”

Angaben zu einem Zeitplan für die Verkaufsgespräche machte Daimler nicht. „Ein wichtiges Ziel ist für uns, die Zukunft des Standortes zu sichern”, sagte Forschungsvorstand Markus Schäfer. „Weitere Prämisse: Die aktuellen Smart-Modelle sollen weiter in Hambach produziert werden.” Mehr als zwei Millionen Smart-Zweisitzer sind dort bis heute vom Band gelaufen. Die viersitzigen Modelle baut Kooperationspartner Renault in seinem Werk in Slowenien.

Daimler hat derzeit, wie alle Autohersteller, mit den drastischen Folgen der Corona-Krise zu kämpfen. Der Absatz brach ein, wochenlang standen Teile der Produktion still, der Gewinn stürzte ab. Kommende Woche steht die Hauptversammlung an, zwei Wochen darauf legt der Konzern die Zahlen für das zweite Quartal vor. Der geplante Verkauf des Werks in Hambach werde darin bei der Mercedes-Benz AG mit einem negativen Sondereffekt in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe zu Buche schlagen, kündigte Daimler an.

© dpa-infocom, dpa:200703-99-664870/4

Erhalten Sie die wichtigsten regionalen Wirtschaftsnachrichten der Woche immer am Donnerstagmorgen in Ihr E-Mail-Postfach. Abonnieren Sie hier den Newsletter von Wirtschafts-Reporter Jürgen Haug-Peichl.
Weitere Artikel
Themen & Autoren
dpa
Autofirmen
Bruno Le Maire
Daimler AG
Geely
Markus Schäfer
Mercedes-Benz
Ola Källenius
Renault
Vorstandsvorsitzende
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (1)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!